Real Madrid stellt in Bulgarien die Politik in den Schatten

David gegen Goliath in der Vorrunde der Champions League: Ludogorets Razgrad freut sich auf den Besuch von Titelverteidiger Real Madrid.

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Madrid – Kommt Real Madrid, ist die Parlamentswahl in Bulgarien erst einmal Nebensache. Vor dem Duell David gegen Goliath in der Champions League mit dem bulgarischen Double-Gewinner Ludogorets Razgrad wurde Real gestern in manchen Medien größer vorgestellt als die Parteien. Und auch die politische Prominenz lässt die Arbeit vier Tage vor dem Wahltermin zumindest für 90 Minuten ruhen: Für die erste Heimpartie der Vereinsgeschichte in der Königsklasse haben sich Bulgariens Staatspräsident Rossen Plewneliew, Regierungschef Georgi Blisnaschki und Ex-Ministerpräsident Boiko Borissow angekündigt.

Champions League

Gruppe A, 20.45 Uhr

Malmö FF – Olympiakos

Atletico – Juventus Turin

Gruppe B, 20,45 Uhr

FC Basel – FC Liverpool

L. Razgrad – Real Madrid

Gruppe C, 18.00 Uhr

St. Petersburg – Monaco

Leverkusen – Benfica 20.45 Uhr

Gruppe D, 20,45 Uhr

Arsenal – Galatasaray

Anderlecht – Dortmund

Der leidenschaftliche Fußballspieler Borissow galt schon immer als Fan von Real Madrid, er hofft heute (20.45 Uhr ) aber auf einen Sieg von Ludogorets. Gespielt wird übrigens in Sofia. Die eigene Arena bietet nur 6000 Fans Platz und erfüllt damit nicht die Anforderungen der UEFA.

In der Hauptstadt dagegen beobachten knapp 44.000 Zuschauer den erwarteten Sturmlauf des Titelverteidigers – und damit nur knapp mehr als halb so viele, wie es die Real-Stars aus dem heimischen Estadio Santiago Bernabéu gewohnt sind. Auch sonst hält die Multi-Kulti-Truppe aus dem ärmsten EU-Land einem Vergleich mit der Weltauswahl aus Madrid nur in einem Punkt stand: Beide haben Spieler aus zwölf Nationen im Kader. Aber allein für den Marktwert von Weltfußballer Ronaldo könnte man sich laut transfermarkt.de 2,4-mal das gesamte (!) Team aus Razgrad kaufen. „Wir dürfen uns nichts vormachen – das ist das beste Team“, sagte Kapitän Swetloslaw Djakow. „Wir müssen einfach gelassen auftreten und unser Spiel machen.“

Der Ausnahmezustand – schon Stunden vor der erwarteten Ankunft am gestrigen Nachmittag bezogen Fernsehreporter Stellung am internationalen Flughafen der Balkan-Metropole – dauert noch mindestens bis zum Abpfiff. Bis zu den Wahlen sind es dann noch etwa 80 Stunden. Aber die sind für viele in Bulgarien nicht halb so spannend wie der Auftritt der königlichen Fußball-Millionäre. (t.w., dpa)

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