Alzheimer trifft emotional labile Menschen öfter

Göteborg – Bereits 2009 fanden schwedische Wissenschafter in einer Studie heraus, dass Menschen, die sich als ruhig und entspannt bezeichnet...

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Göteborg –Bereits 2009 fanden schwedische Wissenschafter in einer Studie heraus, dass Menschen, die sich als ruhig und entspannt bezeichneten und unter Stress nicht gereizt reagierten, weniger oft dement werden. Nun scheint eine neue Untersuchung dieses Ergebnis zu bestätigen. Wissenschafter der Universität Göteborg berichten in der Online-Ausgabe der Fachzeitschrift Neurology, dass neidische, launische und ansonsten unausgeglichene Frauen ein erhöhtes Risiko für Alzheimer und andere Demenzerkrankungen haben.

Für die Untersuchung wurden 800 Frauen über einen Zeitraum von 38 Jahren beobachtet. Mit Hilfe verschiedener Fragen ermittelte man ihr Ausmaß an Neurotizismus sowie ihre Intro- und Extrovertiertheit. Neurotizismus schließt Charakterzüge wie Neid, Launenhaftigkeit, Reizbarkeit, Neigung zu Nervosiät und Anfälligkeit für Stress ein. Neurotische Menschen neigen eher zu Wutanfällen, Ängstlichkeit und Depressionen. Die schwedischen Wissenschafter stellten in der Folge fest, dass die Frauen, die sich in den Tests als sehr neurotisch zeigten, doppelt so häufig eine Demenz bekamen wie diejenigen, die sehr niedrige Werte hatten. Allerdings hing Ersteres auch davon ab, ob die Frauen über einen längeren Zeitraum hinweg Stress ausgesetzt waren.

Für ihre Ergebnisse gibt es den Forschern zufolge mehrere mögliche Erklärungen: So könne die Persönlichkeit eines Menschen seine Gewohnheiten und damit das Demenzrisiko beeinflussen. Ein zweiter möglicher Grund sei, dass sowohl Neurotizismus als auch Stress für Veränderungen im Hippocampus verantwortlich gemacht werden. (dpa)


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