Lehrerausbildung: Unis und PH in Südostösterreich auf gemeinsamem Weg

Graz (APA) - Die Pädagogischen Hochschulen und Universitäten in der Steiermark, Kärnten und dem Burgenland wollen ab dem Studienjahr 2015/16...

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Graz (APA) - Die Pädagogischen Hochschulen und Universitäten in der Steiermark, Kärnten und dem Burgenland wollen ab dem Studienjahr 2015/16 eine gemeinsame Lehrerausbildung anbieten. Nach einjähriger Arbeit des Entwicklungsverbundes Süd-Ost werden die Curricula im November dem Qualitätssicherungsrat vorgelegt, schilderte Elgrid Messner, Rektorin der PH Steiermark anlässlich der abschließenden Grazer Tagung.

Die neue Lehrerausbildung sieht vor, dass künftig jeder angehende Lehrer - egal ob er an einer Universität oder einer PH studiert - ein vierjähriges Bachelorstudium mit fundierter wissenschaftlicher und ausgeprägt praktischer Ausbildung und - zur Fixanstellung - ein ein- bis eineinhalbjähriges Masterstudium absolvieren muss. Im „Entwicklungsverbund Süd-Ost“ wurden alle Bachelor- und Masterangebote für die künftigen Lehrer aller Schulstufen gemeinsam entwickelt.

An die 300 Mitglieder der PH Steiermark, der Universität Graz, der Kirchlichen Pädagogischen Hochschule Graz, der Privaten PH Burgenland, der Universität Klagenfurt und der PH Kärnten haben sich eingebracht, schilderte Messner im Gespräch mit der APA. „Wir haben es im vergangenen Jahr gemeinsam geschafft, die Studienpläne für die zukünftigen Lehrerinnen und Lehrer der Primar- und Sekundarstufe zu entwickeln und zu finalisieren“, so die Grazer PH-Rektorin. Insgesamt handle es sich um Lehrpläne für 26 Fächer und Schwerpunkte, die dann „wortident“, wie Messner betonte, für die PH und die Universitäten gelten. Der Entwicklungsverbund Süd-Ost ist der erste österreichische Verbund aus PH und Universitäten, der eine solche gemeinsame Ausbildung fertig entwickelt hat.

Die Lehramtsausbildung für die Volksschule wird wie bisher nur von den PH angeboten werden. Durch die gleiche Ausbildung für alle Sekundarstufenlehrer können die Absolventen sowohl an AHS als auch Neuen Mittelschulen unterrichten. Verglichen mit der bisherigen AHS-Lehrerausbildung wird sie einen höheren pädagogisch-praktischen Anteil enthalten, im Vergleich zur aktuellen NMS-Lehrerausbildung ein Plus an fachwissenschaftlichen Inhalten. Die Kooperation von Uni und PH bei der Lehrerausbildung werde letztlich ein „Best of“ beider Systeme und durch die Integration aller Institutionen und ihrer jeweiligen Angebote den Studierenden auch „mehr Wahlmöglichkeiten für Schwerpunktsetzungen“ bieten, so Vizerektor Martin Polaschek von der Universität Graz.

Zu praktischen Umsetzung der Pläne bis Herbst 2015 müssten jedoch aufgrund eines fehlenden interinstitutionellen Studienrechtes noch einige „Stolpersteine im rechtlichen Bereich“ aus dem Weg geräumt werden. Und es werde wohl auch darauf Rücksicht genommen werden müssen, „dass eine verbesserte und verlängerte Ausbildung mehr Mittel für Personal - und Raumressourcen“ benötige.


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