Vom Kinderstar zum Fernsehermittler: Michael Ande wird 70

München (APA/dpa) - Er war Kinderstar, spielte in der deutschen Fernsehverfilmung von Peter Pan und lieh Hollywood-Größen wie Sylvester Stal...

  • Artikel
  • Diskussion

München (APA/dpa) - Er war Kinderstar, spielte in der deutschen Fernsehverfilmung von Peter Pan und lieh Hollywood-Größen wie Sylvester Stallone oder Burt Reynolds seine Synchronstimme. Vor allem ist Michael Ande dem Publikum aber als dienstältester Ermittler im Fernsehen bekannt. In der ZDF-Krimiserie „Der Alte“ spielt er seit 1977 den Kriminalassistenten Gerd Heymann. Am Sonntag wird der Schauspieler 70.

Die Karriere des am 5. Oktober 1944 am oberbayerischen Tegernsee geborenen Michael Ande begann früh. Schon als Elfjähriger spielte er die Hauptrolle in der deutsch-französischen Koproduktion „Marianne - meine Jugendliebe“. Filmengagements an der Seite von Ruth Leuwerik in „Die Trappfamilie“ oder „Ferien in Tirol“ folgten. Später war er als Dick Tipton in „Der kleine Lord“ im Fernsehen zu sehen.

Der internationale Durchbruch gelang ihm 1966 als Jim Hawkins in dem ZDF-Vierteiler „Die Schatzinsel“ nach dem Roman von Robert Louis Stevenson, der in zahlreichen Ländern lief, selbst in Kanada. Zu dem Zeitpunkt hatte er schon Theatererfahrungen an der Kleinen Komödie in München gesammelt. 1961 - noch keine 17 Jahre alt - spielte er an der Seite von Axel von Ambesser in Terence Rattigans „Der schlafende Prinz“.

Dabei hätte die Karriere auch anders verlaufen können. Michael Ande hat seit seiner Kindheit ein Faible für Zeichnen und Technik. In seinem Nachtkästchen etwa lag lange Zeit ein Entwurf für einen Omnibus, in dem Bild- und Tonaufnahmen möglich sind. Doch er blieb der Schauspielerei treu.

1977 wurde Michael Ande der Ermittler Gerd Heymann - die Fernsehrolle seines Lebens. Siegfried Lowitz als Hauptkommissar Erwin Köster war vor 37 Jahren sein erster Chef in der beliebten Krimiserie. Aktuell gibt Jan-Gregor Kremp den Hauptkommissar Richard Voss - Heymanns vierter Vorgesetzter.

„Der Chef-Typ bin ich nicht“, urteilte Ande in einem Interview über sich selbst. „Ich treffe Entscheidungen nie alleine, sondern binde andere mit ein.“ Und über seine Rolle: „Ich wollte keine größere. Du musst als Schauspieler in Rollen schlüpfen, die du verkörpern kannst.“ Den ewigen Zweiten will er noch eine Weile spielen.

Auch privat steht Michael Ande ungern im Rampenlicht. Über den Familienmenschen sind keine Skandale bekannt. Ande lebt zurückgezogen am Schliersee, unweit von seinem Geburtsort Bad Wiessee. Er ist verheiratet und hat einen erwachsenen Sohn. „Auf Partys fühle ich mich immer unwohl“, sagte er im Interview. Lieber fährt er Ski oder kurvt auf seinem Motorrad durch die Gegend. „Ich mag Trubel nicht.“


Kommentieren