Briefe verschicken soll in Deutschland 2015 erneut teurer werden

Bonn (APA/Reuters) - Die Deutsche Post will die Verbraucher im nächsten Jahr erneut stärker zur Kasse bitten. Ein Standardbrief bis 20 Gramm...

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Bonn (APA/Reuters) - Die Deutsche Post will die Verbraucher im nächsten Jahr erneut stärker zur Kasse bitten. Ein Standardbrief bis 20 Gramm soll ab dem 1. Jänner 2015 nicht mehr 60 Cent sondern 62 Cent kosten, wie der Bonner Konzern am Mittwoch mitteilte. Der Preis würde sich damit das dritte Jahr in Folge erhöhen.

Verschicken die Verbraucher Standardbriefe ins Ausland, sollen sie vom Jahreswechsel an 80 Cent zahlen - fünf Cent mehr als bisher. Auch das Porto für Postkarten in andere Länder will die Post erhöhen. Billiger soll dagegen der weniger genutzte Kompaktbrief bis 50 Gramm werden - um fünf Cent auf 85 Cent. Im Durchschnitt würde das Briefporto um 1,1 Prozent zulegen.

Die Bundesnetzagentur muss den Plänen des Ex-Monopolisten noch zustimmen. Die Regulierungsbehörde betonte, Preisänderungen müssten sich an den Vorgaben der Behörde orientieren. Die Regulierer haben nun 14 Tage Zeit, um dies zu prüfen. Für Express-Sendungen hatte die Post-Tochter DHL bereits Preiserhöhungen angekündigt - hier hat sie freie Hand.

Die Post wolle mit den Preiserhöhungen „unter anderem deutlich gestiegene Personalkosten auffangen“, erklärte der Konzern. Zudem investiere die Post in ihr Zustellnetz. An der Börse kam die Ankündigung höherer Preise gut an: Post-Aktien notierten gegen Mittag im Plus bei 25,45 Euro.

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2013 hatte der Konzern erstmals seit 15 Jahren das klassische Briefporto erhöht - ein Standardbrief bis 20 Gramm kostete von da an 58 Cent statt zuvor 55 Cent. Die Post ist in Deutschland der einzige Anbieter, der bundesweit Briefe an die Verbraucher ausliefert - von den Halligen bis in die Alpen. Die Post muss ihre Preispläne deshalb vom Regulierer prüfen lassen. Konkurrenten wie die niederländische PostNL, die in Deutschland mit ihrer Tochter Postcon antritt, konzentrieren sich dagegen auf Ballungsräume und das lukrative Geschäft mit Firmenkunden.

Die Post kämpft seit Jahren im Briefgeschäft nicht nur mit Wettbewerbern, sondern auch mit der wachsenden Konkurrenz durch die E-Mail - die Sendungsmengen beim klassischen Brief sinken. Doch das Internet ist für den Konzern auch ein Segen: Immer mehr Verbraucher bestellen Güter bei Online-Händlern, die Post liefert die Pakete dann an die Kunden aus. Dies treibt den Umsatz der Paketsparte.

Die Portoerhöhung würde auch auf die Gewinne des Konzerns durchschlagen - Analysten der DZ Bank hatten etwa in der Vergangenheit vorgerechnet, dass eine Preiserhöhung beim Standardbrief um zwei Cent den Gewinn um rund 50 Millionen Euro erhöhen könnte. Doch könnten auch die Kosten in Deutschland für die Post bald steigen: 2015 stehen neue Tarifverhandlungen an.

~ ISIN DE0005552004 WEB http://www.deutschepost.de ~ APA273 2014-10-01/12:53


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