Klagenfurter FPÖ-Bürgermeister bekommt Konkurrent aus eigenem Lager

Klagenfurt (APA) - Die Klagenfurter FPÖ wird von heftigen Turbulenzen erschüttert. Nachdem es in den vergangenen Monaten mehrmals Dissonanze...

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Klagenfurt (APA) - Die Klagenfurter FPÖ wird von heftigen Turbulenzen erschüttert. Nachdem es in den vergangenen Monaten mehrmals Dissonanzen zwischen Bürgermeister Christian Scheider und seinem Vize Albert Gunzer gegeben hatte, kündigte letzterer nun an, als Bürgermeisterkandidat anzutreten. Scheider und Parteichef Christian Ragger fordern nun den sofortigen Rücktritt Gunzers von allen Ämtern.

„Ich fühle mich hintergangen“, sagte Scheider am Mittwoch zur APA. Er habe mit Gunzer vor zwei Wochen eine „Nachdenkpause“ vereinbart, nachdem dieser ihm erklärt habe, ein eigenständiges Antreten zu überlegen. „Ich habe bis zuletzt versucht, ihn im Team zu halten, ihm angeboten, dass er auf der Gemeinderatsliste als Nummer eins kandidieren kann und ich nur als Bürgermeisterkandidat aufscheine.“ Verwundert sei er auch über Gunzers jetzige Aussagen, dass der freiheitliche Gemeinderatsklub über seinen Verbleib in der Stadtregierung entscheiden solle. „Zu mir hat er gesagt, er wolle dies selbst tun.“

Gunzer hatte zuvor gegenüber der APA erklärt, er sei selbstverständlich bereit, bis zur Wahl weiterzuarbeiten. Seine Kandidatur begründete er damit, dass er „von vielen Seiten“ angesprochen worden sei, es doch zu machen. Er wolle den Wirtschaftsstandort weiter ausbauen und die „Marke Klagenfurt“ stärken.

Verärgert reagierte auch FPÖ-Obmann Christian Ragger über den Schritt Gunzers. „Er hat klar gegen eine Vereinbarung verstoßen, die wir getroffen haben“, sagte Ragger gegenüber der APA. Man habe bis Ende dieser Woche Stillschweigen vereinbart, um die Ergebnisse einer Umfrage abzuwarten. „Und dann bekomme ich so wie Scheider am Dienstagabend ein SMS, dass er kandidiert“, so Ragger. Was die Parteimitgliedschaft Gunzers betreffe, warte er jetzt einmal die Entscheidungen der Klagenfurter Gremien ab. Ragger: „Ich erwarte mir aber von Gunzer, dass er seine Funktionen in der Stadtregierung heute noch zurücklegt, ebenso wie die Parteimitgliedschaft.“

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Auch Scheider verlangt den Rückzug seines Stellvertreters: „Er hat von mir alles bekommen, sich die Referate aussuchen können, auch den Messepräsident habe ich ihm überlassen. Wenn er sich jetzt anders entschieden hat, dann muss er auch konsequent sein und seine Funktionen zurücklegen.“ Rosinenpicken werde es jedenfalls nicht geben. Lege Gunzer seine Ämter nicht von selbst zurück, werde der Gemeinderatsklub darüber entscheiden, die Abwahl erfolge dann in einer Gemeinderatssitzung.

~ WEB http://www.fpoe.at ~ APA288 2014-10-01/13:06


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