Trotz wenig Schnee positive steirische Winter-Tourismusbilanz

Graz (APA) - „Nicht plump Remmidemmi, nicht Schickimicki sondern echt, unverfälscht und unaufgeregt“, hat sich der steirische Wintertourismu...

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Graz (APA) - „Nicht plump Remmidemmi, nicht Schickimicki sondern echt, unverfälscht und unaufgeregt“, hat sich der steirische Wintertourismus auf seine Fahnen geheftet und damit im Winter 2013/14 trotz der überschaubaren Schneemengen bei den Gästen offenbar gepunktet. Die Ankünfte sind um 1,9 Prozent auf gut 1,5 Mio. Gäste gestiegen. Bei den Nächtigungen gab es ein Plus von 1,2 Prozent.

Tourismuslandesrat Hermann Schützenhöfer (ÖVP) meinte am Mittwoch bei einer Pressekonferenz in Graz: „Die Schneesituation war in der vergangenen Saison zum Teil prekär. Einige Gebiete hatten eine sehr kurze Saison, die erst mit Ende Jänner begann.“ Er hoffe zwar nicht, dass Hotels wieder zwei Wochen am Stück ohne Schnee auskommen müssen, aber es habe sich gezeigt, dass sie ein Alternativ-Programm bieten können.

Erich Neuhold, Geschäftsführer des Steiermark Tourismus, meinte: „Der klassische Inlandsgast fährt nicht mehr von morgens bis abends Ski, sondern nur mehr zwei oder drei Stunden, dann geht er wellnessen und gut essen.“ Diesen Umstand gelte es noch mehr zu nutzen, wenngleich 57 Prozent der Winterurlauber in der Steiermark nach wie vor Skifahren an die Spitze ihrer Aktivitäten stellen.

Mit den Ankünften wurde erstmals die 1,5 Mio.-Hürde übersprungen, das Nächtigungsniveau wurde mit 5,126 Mio. ausgebaut. Stärkster Auslandsmarkt bleibt Deutschland mit fast einer Mio. Übernachtungen. Um vor allem den kleineren Skigebieten, die wenig Schnee haben, unter die Arme zu greifen, stellt das Land eine Mio. Euro für Investitionen etwa in Beschneiungsanlagen und Lifte zur Verfügung - die Nachfrage sei groß.

Die wohl größte Veranstaltung im kommenden Winter wird die Freestyle- und Snowboard-WM am Kreischberg im Bezirk Murtal sein: Die Region erwartet sich rund 15.000 zusätzliche Nächtigungen, 250 Journalisten sollen vor Ort berichten. Bei diesem „Mega-Aufhänger“ will Neuhold die junge Zielgruppe speziell ansprechen, etwa mit einem Blog. Als Rahmenprogramm für die Sportbewerbe werden WM-Partys veranstaltet: Beim „Snowcircus“ soll sich die Kreischberghalle an der Talstation in ein Zirkuszelt verwandeln.

In anderen steirischen Regionen haben sich die Touristiker für die kommende Wintersaison teils ausgefallene Angebote ausgedacht: In der Ramsau gibt es erstmals einen „Tiefschneepass“, den Anfänger nach einem eintägigen Kurs bekommen. In der Region „Hochsteiermark“ darf beim Spinnen über die Schulter geschaut, Strickkurse belegt und Kekse gebacken werden. In der Oststeiermark führt ein Imker in die Welt des Adventkranzbindens, wobei erst zusammen das Material im Wald gesammelt und dann ein Kranz hergestellt wird. In Graz eröffnet am Freitag für das Indoor-Winterprogramm die mit 1.200 Quadratmetern größte Kletterhalle Österreichs - speziell für Boulder-Freunde.


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