Die Rad-WM 2018 gibt es für Tirol noch billiger

Zehn statt zwölf Millionen Euro – mit einem verschlankten Budget will Initiator Wolfgang Weiss den Tirolern eine Straßenrad-WM 2018 vor der Haustüre schmackhaft machen. Das Rennen ist eröffnet.

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Von Florian Madl

Innsbruck – Der Präsident des Radsportweltverbandes hatte die Richtung vorgegeben: Die Straßenrad-WM 2017 sollte nach Jahren in der Ebene endlich wieder einmal in den Bergen stattfinden. Ganz unrecht hatte Pat McQuaid nach der Abstimmung letzten Endes nicht: Der Zuschlag erging nämlich an Bergen – die zweitgrößte Stadt Norwegens.

Auch Tirol hatte vor geraumer Zeit mit dieser WM 2017 geliebäugelt, dann wurde das Projekt jedoch nach hinten gereiht. Doch Wolfgang Weiss, der kürzlich die Organisation bei der Österreich-Radrundfahrt übernahm, denkt nicht ans Aufgeben: Mit seinem Team möchte der Salzburger die Idee einer Rad-Weltmeisterschaft 2018 in Tirol vorantreiben. „Hier hat man alles, was das Radler-Herz begehrt“, meint der Tausendsassa, der während der Hahnenkammrennen auch für den geordneten Ablauf der Festlichkeiten in Kitzbühel verantwortlich zeichnete.

Die Rechnung des Mannes, der schon 2006 die Straßenrad-WM in Salzburg begleitete, sieht denkbar einfach aus. „Ursprünglich war man von einem Budget in Höhe von zwölf Millionen Euro ausgegangen, ich habe das Konzept überarbeitet. Jetzt stehen wir bei zehn Millionen Euro.“ Dazu trug eine andere Streckenführung und daraus resultierend eine Reduktion der Ordner und des Absperrmaterials bei.

Zumindest eine Million Euro solle über Sponsoren aufgetrieben werden, jeweils drei Millionen müssten in der Folge von Bund, Land und Gemeinde zugeschossen werden. Aus Innsbrucker Sicht befasste sich bereits der Stadtsenat mit dem Thema, ein bedingungsloses Ja gibt es nicht: Die Summe würde „im Verhältnis der Bevölkerungsanzahl“ (17 % von Tirol) gedeckelt. Sportreferent Christoph Kaufmann bekräftigte gestern: „Wir haben mehrere Infrastrukturprojekte, die Vorrang genießen.“ Dem Vernehmen nach könnten sich andere Gemeinden (Kitzbühel ?) bei Vorliegen eines Konzepts durchaus eine Beteiligung vorstellen.

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Bei der jüngsten Rad-WM in Spanien hatte Wolfgang Weiss auch die Zustimmung des Weltverbands erhalten, nicht alle Rennen im Ballungsraum Innsbruck austragen zu müssen. Das eröffnet Spielräume, zumal die Umlandgemeinden Interesse bekundeten. Besonders angetan hat es Weiss die Unterinntalstraße (L 211) Richtung Innsbruck, wo er sich ein Finale vorstellen könnte. „Das Teuerste ist mit Sicherheit die Fernsehproduktion“, kennt Weiss den Aufwand. Vor allem Nebengeräusche wie das TV-Flächenflugzeug, zwei Helikopter oder Kameramotorräder gingen ins Geld.

Auch Harald Baumann, Tiroler Landesradsportpräsident, hat die Zustimmung seiner Kollegen vom österreichischen Verband. „Man begrüßt die Idee einer Rad-WM 2018 in Tirol und unterstützt sie nach Kräften“, hielt der Organisationschef der St. Johanner Rad-Woche gestern fest. Und sollte die Idee doch nicht umgesetzt werden, hat Baumann immer noch die Hoffnung auf eine andere Rad-WM in Tirol: die der Senioren.


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