Russland schließt Schranken gegen Kapitalflucht aus

Moskau (APA/Reuters) - Russland will nach Regierungsangaben keine Schranken gegen die Kapitalflucht setzen. Finanzminister Anton Siluanow sa...

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Moskau (APA/Reuters) - Russland will nach Regierungsangaben keine Schranken gegen die Kapitalflucht setzen. Finanzminister Anton Siluanow sagte am Mittwoch, Devisenflüsse zu begrenzen, wäre „absolut inakzeptabel“. Zuvor hatte die Notenbank einen Medienbericht dementiert, wonach sie vorübergehende Kontrollen erwägt, um den Abzug von Kapital zu drosseln.

Der Bericht hatte am Dienstag den Kurs des Rubel auf ein neues Rekordtief gedrückt. Der Nachrichtenagentur Tass zufolge will die Zentralbank nun gegebenenfalls Ermittlungen wegen Marktmanipulation einleiten.

Der Chef der staatlich kontrollierten VTB Bank, Andrei Kostin, schloss die Einführung von Kapitalschranken zwar nicht grundsätzlich aus. Die Einführung solcher Maßnahmen stehe aber nicht unmittelbar bevor, sagte er.

Auch die französische Großbank Societe Generale sieht nach Auskunft von Konzernchef Frederic Oudea keine Anzeichen für ein derartiges Vorgehen der russischen Behörden. Entsprechende Schranken für Finanzströme wären auch nicht im Interesse des Landes, ergänzte er.

Wegen der fallenden Rohölpreise und der Sanktionen des Westens in der Ukraine-Krise ist die russische Währung seit Monaten auf Talfahrt. Am Mittwoch rutschte der Kurs zum Dollar und zum Euro weiter bergab. Zuvor hatten Geschäftsbanken bei der Notenbank Rubel im Wert von 581 Mio. Dollar (461,7 Mio. Euro) gegen die US-Währung eingetauscht. Die Zentralbank hatte Mitte September die Möglichkeit solcher Tauschgeschäfte geschaffen, um die Liquidität im Bankensektor zu erhöhen. Nun wurde davon erstmals Gebrauch gemacht. Damit sollen die großen Geldhäuser und Ölkonzerne, die von internationalen Kapitalmärkten abgeschnitten sind, mit Dollars versorgt werden.


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