Middelhoff-Prozess nähert sich dem Ende

Essen (APA/dpa) - Der Untreue-Prozess gegen den früheren Chef des Karstadt-Mutterkonzerns Arcandor, Thomas Middelhoff, nähert sich dem Ende....

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Essen (APA/dpa) - Der Untreue-Prozess gegen den früheren Chef des Karstadt-Mutterkonzerns Arcandor, Thomas Middelhoff, nähert sich dem Ende. Der Vorsitzende Richter der 15. Wirtschaftsstrafkammer des Essener Landgerichts, Jörg Schmitt, sagte am Mittwoch, ab sofort sollten Staatsanwaltschaft und Verteidigung darauf eingerichtet sein, „jederzeit plädieren zu können“.

Aus Sicht der Kammer könne es nun mit dem Verfahren zügig zu Ende gehen, sagte Schmitt. Zuvor hatten die Richter eine Reihe von Beweisanträgen, mit denen die Verteidigung die Bedeutung umstrittener Dienstreisen Middelhoffs für den Arcandor-Konzern belegen wollte, im Eiltempo erledigt. Denn die Richter sahen die entsprechenden Nachweise schon durch die bisherigen Zeugenvernehmungen erbracht. Der nächste Verhandlungstermin findet wegen der Herbstferien in Nordrhein-Westfalen erst am 21. Oktober statt.

Vor der Ankündigung des Gerichts hatte im Essener Verfahren auf Antrag der Verteidigung noch Middelhoffs Ehefrau Cornelie ausgesagt und über die hohe Arbeitsbelastung ihres Mannes in seiner Zeit als Arcandor-Chef berichtet. Der heute 61-Jährige habe „eigentlich immer gearbeitet, immer, immer“, sagte Cornelie Middelhoff.

„Er hat immer gesagt, dass so viele Arbeitsplätze davon abhängen. Das habe ich eingesehen“, sagte die Manager-Gattin. Auch fest geplante Urlaubsreisen mit der Familie habe ihr Mann wegen aktueller Krisen im Unternehmen mehrfach unterbrechen oder ganz absagen müssen. Gleichzeitig betonte sie, zwei Vorstandswochenenden im Haus der Middelhoffs in St. Tropez, die die Staatsanwaltschaft als Privatveranstaltungen wertet, seien in ihren Augen Geschäftstermine gewesen. Hauptthema der Gespräche sei die Firma gewesen.

Im Essener Untreue-Prozess wirft die Anklage Middelhoff vor, den inzwischen insolventen Handelskonzern insgesamt mit betriebsfremden Kosten in Höhe von rund 1,1 Mio. Euro belastet zu haben. Hauptsächlich geht es um Flüge mit Charterflugzeugen, die von Arcandor bezahlt wurden, nach Auffassung der Anklagebehörde aber ganz oder teilweise privat veranlasst waren. Middelhoff weist die Vorwürfe entschieden zurück.


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