Vorwürfe gegen AUVA-Obfrau Römer

Wien (APA) - Schwere Vorwürfe gegen die Obfrau der Allgemeinen Unfallversicherungsanstalt (AUVA), Renate Römer, listet ein Prüfbericht des G...

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Wien (APA) - Schwere Vorwürfe gegen die Obfrau der Allgemeinen Unfallversicherungsanstalt (AUVA), Renate Römer, listet ein Prüfbericht des Gesundheitsministeriums auf, das als Aufsichtsbehörde fungiert. Wie „Der Standard“ in seiner Donnerstag-Ausgabe berichtet, werden Römer u.a. Geldverschwendung und Aufträge an ihren Lebensgefährten angelastet. Römer war am Mittwochabend für die APA vorerst nicht erreichbar.

„Der Standard“ zitiert u.a. einen Fall aus dem 2010, bei dem Römers Lebensgefährte als Berater beauftragt wurde, nachdem er in der AUVA von der Obfrau als Experte vorgestellt worden sei. Er sollte die Neuausschreibung von zwei Zeitschriften der Unfallversicherung begleiten. Auf einer ersten Rechnung für eine Analyse des Beraters finde sich der Vermerk: „Auftrag mündlich von Frau Obmann erteilt.“ Da die rechtliche Legitimation für die Freigabe fehle, empfehlen die Prüfer, Rückforderungsansprüche an Römer zu prüfen. Dann sei der eigentliche Auftrag in Höhe von 89.000 Euro gekommen. Dafür wären bei 300 Euro in der Stunde 296 Arbeitsstunden zu veranschlagen gewesen, heißt es in dem Bericht. Dieser Zeitaufwand sei für die Prüfer „nicht nachvollziehbar“ gewesen

2011 sei eine weitere Rechnung des Lebensgefährten über 12.960 Euro gefolgt, die von der Verwaltungsabteilung mit „welche Leistung erbracht (ist ausgeschöpft)“ vermerkt worden sei. Die Prüfer hegen den Verdacht, dass der Gesamtauftrag in Höhe von 106.400 Euro in drei Teile gesplittet wurde, um die Ausschreibungsgrenze von 100.000 Euro zu unterschreiten. Die Lebensgemeinschaft habe die Obfrau, die auch Vizepräsidentin der Wirtschaftskammer ist, beim Beschluss der Beauftragung verschwiegen, kritisieren die Prüfer. Im Zuge der heurigen Einschau habe Römer mitgeteilt, dass sie erst im Spätsommer 2010 eine Lebensgemeinschaft mit dem Berater eingegangen sei und nicht schon bei der Erstbeauftragung im März des Jahres.

Auch bei anderen Aufträgen sei auf eine Ausschreibung verzichtet worden, kritisieren laut „Standard“ die Prüfer. Im Zusammenhang mit der Nutzung von Dienstwagen und Chauffeur fordern die Prüfer, die AUVA möge Römer das amtliche Kilometergeld in Rechnung stellen, weil Fahrten häufig privater Natur gewesen seien.


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