Studenten in Hongkong drohen mit Besetzung von Gebäuden

Die Demonstranten fordern weiter den Rucktritt von Regierungschef Leung bis Donnerstag.

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Hongkong – Bei den Protesten für mehr Demokratie in Hongkong haben Studentenführer mit der Besetzung von Regierungsgebäuden gedroht, falls ihre Forderungen nicht erfüllt werden. Hongkongs Regierungschef Leung Chun-ying müsse bis Donnerstag zurücktreten, verlangte am Mittwoch Lester Shum, Vizegeneralsekretär der Studentenvereinigung.

„Da die Regierung die Polizei angewiesen hat, 87 Geschosse mit Tränengas bei den Protesten abzufeuern, gibt es keinen Raum für Dialog“, sagte Shum über Leung. „Wenn er bis morgen nicht zurückgetreten ist, werden wir unsere Aktionen verschärfen, wie etwa mehrere wichtige Regierungsgebäude besetzen.“ Von ihren früheren Drohungen, einen Arbeiterstreik auszurufen oder die Proteste auszuweiten, schienen die Studenten eher wieder abzurücken.

Der österreichische Handelsdelegierte in Hongkong, Christian Schierer, glaubt unterdessen nicht, dass sich die Demonstranten mit ihrer Forderung nach einem Rücktritt von Regierungschef Leung durchsetzen werden. „Aus heutiger Sicht ist das undenkbar“, sagte er am Mittwochabend in der ZiB2 des ORF-Fernsehens. Leung habe nämlich die „absolute Unterstützung der Zentralregierung in Peking“.

Sowohl Demonstranten als auch Sicherheitskräfte seien bemüht, die Lage nicht eskalieren zu lassen. „Man geht behutsam miteinander um, von beiden Seiten“, betonte Schierer. Derzeit gebe es drei Szenarien. Entweder gebe es innerhalb einer Woche wieder Normalität, eine Eskalation oder Verhandlungen über eine Direktwahl des Hongkonger Regierungschefs im Jahr 2020. Die Proteste hatten sich an der Weigerung Pekings entzündet, im Jahr 2017 eine direkte Wahl des Regierungschefs der früheren britischen Kolonie zuzulassen.

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Die 230 österreichischen Unternehmen in Hongkong hätten sich in einer Blitzumfrage „nicht begeistert“ über die Proteste geäußert, zeigten aber auch Verständnis, sagte Schierer. Man beobachte die Lage mit „Gelassenheit“ und gehe davon aus, „dass es vorbeigehen wird“. (APA/dpa)


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