Geplantes Tauschgeschäft sorgt für politischen Wirbel

Im Immobilienausschuss des Wörgler Gemeinderates wird über einen Tausch des Badl-Areals mit städtischen Wohnhäusern diskutiert.

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Von Wolfgang Otter

Wörgl –Die Zukunft des geschlossenen Gasthauses Bad Eisenstein, von den Wörglern Badl getauft, beschäftigt derzeit den Immobilienausschuss des Gemeinderates und dabei gehen nach Ansicht von Bürgermeisterin Hedi Wechner (SPÖ) die Gespräche in die komplett falsche Richtung. In der jüngsten Sitzung soll laut ihr von einem Tausch des Badl-Areals gegen die sechs städtischen Wohnhäuser in der Schubertstraße die Rede gewesen sein.

Die ÖVP, Team Wörgl und die Grünen wollen, dass die Stadt das 11.000 Quadratmeter große Areal von der Eisenstein Wörgl GmbH erwirbt. Sie hätten eine für die Gemeinde erschwingliche Möglichkeit gefunden, teilten sie in einer Aussendung mit.

Das ruft nun BM Wechner auf den Plan. „In den sechs Häusern wohnen Mieter mit langfristigen Verträgen drinnen, ich hätte daher große Probleme, so einen Tausch vorzunehmen“, sagt Wechner zur TT.

Und ein Tausch eins zu eins, rund 11.000 Quadratmeter Badl-Areal gegen zirka 5000 Quadratmeter im Stadtzentrum, komme für sie nicht in Frage. Die Grundstücke in der Innenstadt haben einen größeren Wert. „Und, wenn die Neue Heimat diese Siedlung umbaut, steigen die Grundstückskosten noch weiter“, ist Wechner überzeugt.

Sie kann im Ganzen der Euphorie von Volkspartei, Grünen und Team Wörgl nicht viel abgewinnen. Wechner warnt: „Zwischen dem Badl früher und heute ist ein großer Unterschied. Wenn man nun von einem Aufwecken aus dem Dornröschenschlaf spricht, darf man eines nicht vergessen: Als Dornröschen aus dem Schlaf aufgeweckt worden ist, war sie eine hübsche junge Frau, wenn wir jetzt das Badl aufwecken, müssen wir massive kosmetische Operationen machen, falls das überhaupt noch möglich ist“, gibt sie bezüglich der Bausubstanz zu bedenken.

Die Gemeinde könne das Badl auch nicht kaufen. Sie habe viele andere wichtige Vorhaben. „Vor allem stellt sich die Frage, was bekommt sie dafür: Wir haben ein Grundstück mit einem alten Haus darauf und ein paar Tennisplätze, die saniert werden müssen. Wir sollten daher im Vorfeld schon wissen, was wir mit dem Areal machen“, erklärt Wechner. Daher sei sie sehr angetan davon gewesen, dass ein privater Investor Pläne für das Areal hatte.

Roland Ponholzer von der Eisenstein GmbH möchte sich zu der derzeitigen Diskussion nicht äußern. Grünen-GR Alexander Atzl, Obmann des Immobilienausschusses, bestätigt, dass es eine Tausch- und eine Kaufoption gebe, „aber es ist noch keine Entscheidung gefallen“, erklärt er. Mehr wolle er, weil die Angelegenheit noch behandelt werden müsse, nicht sagen.


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