Europas Leitbörsen einheitlich tiefer vor EZB-Entscheid

Frankfurt am Main (APA) - Die Leitbörsen in Europa zeigten am Donnerstagvormittag einheitlich tiefer. Der Euro-Stoxx-50 stand gegen 10.30 Uh...

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Frankfurt am Main (APA) - Die Leitbörsen in Europa zeigten am Donnerstagvormittag einheitlich tiefer. Der Euro-Stoxx-50 stand gegen 10.30 Uhr mit minus 0,66 Prozent oder 21,18 Punkte bei 3.173,90 Einheiten. Der DAX in Frankfurt verlor 0,61 Prozent oder 57,50 Zähler auf 9.324,53 Punkte. In London zeigte sich der FT-SE-100 mit minus 0,39 Prozent oder 25,32 auf 6.532,20 Punkte.

Auf die Stimmung drückten sehr schwache Vorgaben aus Übersee. An der Wall Street rutschte der Dow Jones Industrial auf das niedrigste Niveau seit Mitte August. Auch in Asien gab es deutliche Verluste, der Tokioter Nikkei-225 brach um 2,6 Prozent ein.

Tageshöhepunkt sind die Zinsentscheidung und Pressekonferenz der Europäischen Zentralbank (EZB) am Nachmittag. Sie wird ihre jüngsten geldpolitischen Entscheidungen erläutern und Details zum Ankaufprogramm für Kreditverbriefungen und Pfandbriefe bekanntgeben. Nach einem Medienbericht will die Notenbankführung dabei auch näheres zu möglichen Käufen von Staatsanleihen krisengebeutelter Länder bekanntgeben. Dies könnte den seit Jahren schwelenden Konflikt zwischen der EZB und der Deutschen Bundesbank zusätzlich anheizen. Bundesbank-Präsident Jens Weidmann lehnt das gesamte Kaufprogramm ab, weil er fürchtet, dass die EZB dadurch zu große Risiken auf ihre Bilanz nimmt. EZB-Präsident Mario Draghi will mit dem Programm erreichen, dass die Banken wieder mehr Kredite vergeben. Draghi will damit die schwächelnde Konjunktur Europas anheizen.

Im Tagesverlauf stehen in den USA noch die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe und die Industrieaufträge für August auf der Tagesordnung. Außerdem wird am Freitag ebenfalls in den USA der viel beachtete Arbeitsmarktbericht für September veröffentlicht, der für Kursausschläge sorgen könnte.

Unter den Einzelwerten legte die Aktie der Startup-Schmiede Rocket Internet in Frankfurt ein enttäuschendes Börsendebüt ab. Nach einem ersten Kurs exakt auf dem Ausgabepreis von 42,50 Euro ging sie auf Talfahrt. Nach wenigen Minuten fiel der Kurs bis auf 36,66 Euro, konnte sich aber danach wieder etwas erholen und notierte zuletzt mit 41,57 Euro.

Am Vortag war bereits der Online-Händler Zalando ohne Kursgewinne an der Börse gestartet. Die Zalando-Titel schlossen nach einem ersten Kurssprung exakt auf dem Ausgabepreis von 21,50 Euro. Am Donnerstagvormittag fielen sie um 0,72 Prozent auf 20,55 Euro.

Im Euro-Stoxx-50 konnten sich nur LVMH mit plus 1,10 Prozent und Münchner Rück mit einem marginalen Plus von 0,06 Prozent im grünen Bereich halten, die übrigen Titel des europäischen Auswahlindex notierten im Minus.

~ ISIN EU0009658145 ~ APA147 2014-10-02/10:43


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