Chirac spricht sich für Juppe aus - und damit gegen Sarkozy

Paris (APA/AFP) - Frankreichs Ex-Staatschef Jacques Chirac hat sich in das bei den Konservativen gestartete Rennen um die Präsidentschaftska...

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Paris (APA/AFP) - Frankreichs Ex-Staatschef Jacques Chirac hat sich in das bei den Konservativen gestartete Rennen um die Präsidentschaftskandidatur 2017 eingeschaltet. In der Tageszeitung „Le Figaro“ vom Donnerstag machte der 81-Jährige seine Sympathien für seinen einstigen Premierminister Alain Juppe deutlich - und stellte sich damit gegen Ex-Staatschef Nicolas Sarkozy.

„Wenn ich noch die Energie hätte, hätte ich schon meinen Platz - auch wenn es nur ein kleiner wäre - in seinem (Juppes) Hauptquartier reserviert“, sagte Chirac, der von 1995 bis 2007 französischer Staatschef war und von vielen Franzosen hoch angesehen wird. Mit Blick auf Juppes Kandidatur bei den parteiinternen Vorwahlen für die Präsidentschaftswahl 2017 sagte Chirac: „Wenige Dinge hätten mir mehr Freude bereiten können - für mich, für ihn, und vor allem für unser Land.“

Chiracs Sympathien für Juppe sind bekannt - ebenso wie seine Verachtung für Sarkozy, der ihm 2007 im Elysee-Palast nachgefolgt war. 2011 sorgte Chirac für Aufregung, als er verkündete, er wolle bei den Präsidentschaftswahlen 2012 für Sarkozys sozialistischen Widersacher Francois Hollande stimmen.

Nach seiner Wahlniederlage gegen Hollande hatte sich Sarkozy zunächst aus der Politik zurückgezogen, vor knapp zwei Wochen gab er dann sein politisches Comeback. Er will sich im Herbst zum neuen Vorsitzenden seiner Partei UMP wählen lassen - Juppe ist nicht Kandidat für den Parteivorsitz. Eine Kandidatur für die Vorwahlen 2016 hat Sarkozy, anders als Juppe, aber noch nicht offiziell erklärt, auch wenn niemand daran zweifelt, dass die Rückeroberung des Elysée-Palastes sein wahres Ziel ist.

Mit seiner Unterstützung für Juppe stellte sich Jacques Chirac übrigens gegen seine Ehefrau Bernadette. Die steht fest hinter Sarkozy und kritisierte Juppe kürzlich mit scharfen Worten: „Er ist sehr, sehr kalt, er zieht die Menschen nicht an.“


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