Drittes Liftprojekt steht vor Einreichung am Spieljoch

Die Projekte Geolsbahn und Metzenjochbahn sind Schnee von gestern. Nun soll die Geolsjochbahn die Verbindung nach Hochfügen schaffen.

  • Artikel
  • Diskussion

Von Angela Dähling

Fügen –Aller guten Dinge sind drei. Im Fall der Spieljochbahn trifft das offenbar zu. Die Fügener Bergbahn mit Geschäftsführer Bürgermeister Walter Höllwarth hat in den letzten Jahren einen langen Atem bewiesen und einen enormen Hürdenlauf hinter sich gebracht, wenn es darum ging, das kleine Familienskigebiet Richtung Hochfügen zu erweitern. Doch bisher vergeblich.

Das Geolsbahnprojekt scheiterte am Nein der Wildbach- und Lawinenverbauung. Die Umplanung trug erst den Titel Taleggbahn, dann Metzenjochbahn. Hier wären massive Hangverbauungen um rund 4,5 Mio. Euro nötig gewesen. Letztlich bremste die Umweltverträglichkeitsprüfung, die die Behörde trotz Einwände der Projektwerber forderte, das Vorhaben ein. Auch die negative Beeinträchtigung des Landschaftsbildes war Thema. Und bei beiden Projekten kam man mit der Agrargemeinschaft als Grundbesitzer nicht auf einen Nenner. Dieses Problem löste sich nun von selbst, da die Gemeinde inzwischen deren Substanzverwalter ist.

Jetzt liegt Plan Nummer drei auf dem Tisch des Bürgermeisters. Der Titel: Geolsjochbahn. Wie der Name bereits vermuten lässt, handelt es sich um eine Mischung beider vorhergehender Projekte. „Die Talstation wird unweit jener der geplanten Metzenjochbahn liegen und die Bergstation dort sein, wo die Geolsbahn sie gehabt hätte“, erklärt Höllwarth. Das Ganze habe enorme Vorteile. „Die Manipulationsfläche wird deutlich geringer und unter zehn Hektar liegen.“ Das bedeutet, dass keine UVP nötig wäre. Das umfangreiche, zeit­intensive Verfahren wäre erst ab zehn Hektar eventuell und ab 20 Hektar verpflichtend durchzuführen. Durch die Verlegung der Bergstation sind laut Höllwarth nun nur mehr temporäre Lawinenschutzmaßnahmen im oberen Bereich nötig. Zudem müsse kein Skiweg errichtet werden, um von der Bergstation auf die Geolsabfahrt zu gelangen.

Die Talstation war bei der Metzenjochbahn unterhalb der Hochfügener Straße auf einer Wiese geplant. Durch die neue Trassenführung könne sie bei der Geolsjochbahn nun oberhalb der Straße am Waldrand realisiert werden.

150 x Jahres-Vignette 2022 zu gewinnen

TT-ePaper gratis ausprobieren, der Gratiszeitraum endet nach 4 Wochen automatisch.

„Die Geolsjochbahn ist nun ein Ersatz für den 1985 errichteten Geolssessellift, der damit abgetragen werden kann. Beim Metzenjochbahnprojekt wäre das nicht möglich gewesen, weil man im oberen Bereich wegen eines Sattels nicht dort hinübergekommen wäre“, erklärt Höllwarth.

Warum hat man diese Variante nicht von Beginn an so geplant? „Wir überqueren mit der Seilbahn unten einen Staublawinenstrich. Früher war das ein K.-o.-Kriterium. Vor drei Jahren überarbeitete der Bund diesen so genannten Lawinenerlass aber. Unter bestimmten Auflagen, z. B. höhere Liftmasten, sind Seilbahnbauten hier jetzt möglich“, erklärt Höllwarth.

Das Geolsjochbahnprojekt würde um zwei Mio. Euro weniger als das Metzenjochbahnprojekt kosten – nämlich ca. 18 Mio. Euro. Höllwarth hofft auf eine Bauverhandlung noch in diesem Winter. Bereits im nächsten Winter könne dann die Bahn in Betrieb genommen werden.


Kommentieren


Schlagworte