Ebola-Kranker in Texas hatte zu Dutzenden Menschen Kontakt

Obwohl er sich krank fühlte, wurde ein Mann aus Liberia von einem Krankenhaus in Dallas nicht stationär aufgenommen. Ein Fehler, wie sich herausstellt. Der Mann hat Ebola und stand mit bis zu 80 Menschen in Kontakt. Nun drängt sich eine Frage auf: Wie konnte das passieren?

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Dallas – Nach der ersten Ebola-Diagnose bei einem Patienten in den USA mehrt sich Kritik an dem Krankenhaus, in dem der schwer kranke Mann behandelt wird. Er hatte sich erstmals am 26. September mit Symptomen in das Texas Health Presbyterian Hospital begeben, war aber zunächst nicht auf Ebola hin untersucht und mitMedikamenten wieder nach Hause geschickt worden. Wie das Onlineportal Dallas News berichtete, soll er einer Krankenschwester gesagt haben, dass er aus Afrika eingereist sei. Da er nur Fieber und Bauchschmerzen gehabt habe, hätten ihm die Mitarbeiter der Notaufnahme Antibiotika verabreicht und ihn nach Hause geschickt. Die Information sei innerhalb des Krankenhauses nicht weitergegeben worden, zitierte die New York Times einen Vertreter des Krankenhauses.

Erst als sein Neffe die US-Gesundheitsbehörde CDC kontaktiert habe, sei der Mann behandelt worden, berichtete der Sender NBC. Im Krankenhaus wurde er dann positiv auf Ebola getestet. Zuvor hatte er Kontakt mit fünf Kindern, wie die Schulbehörde des amerikanischen Bundesstaates mitteilte. Die Kinder aus vier verschiedenen Schulen seien unter Beobachtung gestellt worden, zeigten bislang aber keine Symptome. Wie nun bekannt wurde, haben deutlich mehr Menschen als bisher angenommen Kontakt zu dem erkrankten Mann und seiner Familie gehabt. Statt 18 Personen könnten es bis zu 80 gewesen sein, berichtete der US-Sender NBC am Donnerstag unter Berufung auf den Gesundheitsdienst in Dallas. Vier Familienangehörige des Patienten wurden angewiesen, als Vorsichtsmaßnahme ihre Wohnung nicht zu verlassen.

Ansteckungsgefahr für Flugpassagiere „sehr gering“

Es ist weltweit der erste Fall, bei dem ein Mensch sich in Afrika mit Ebola infizierte und dann außerhalb des Kontinents erkrankte. Die New York Times berichtete unter Berufung auf einen Nachbarn des Mannes, dass dieser in der liberianische Hauptstadt Monrovia einer infizierten Frau geholfen habe. Vor über zehn Tagen flog er dann aus Liberia in die USA, um Verwandte zu besuchen.

Die Gefahr einer Ansteckung von anderen Fluggästen ist nach Einschätzung des Bundesverbandes der Ärztinnen und Ärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes (BVÖGD) aber „sehr gering“. Jedenfalls solange der oder die Infizierte sich noch in der Inkubationszeit von bis zu 21 Tagen befindet.

WHO: Leichte Anzeichen für Besserung der Lage

Unterdessen sieht die Weltgesundheitsorganisation (WHO) leichte Anzeichen für eine Besserung der Ebola-Situation in Westafrika. In den drei am stärksten betroffenen Ländern Guinea, Liberia und Sierra Leone sei die Zahl der gemeldeten Neuinfektionen die zweite Woche in Folge gesunken, teilte die Organisation in Genf mit. Grund für den Rückgang sei in erster Linie Monrovia. In der vergangenen Woche sei in der Hauptstadt Liberias keine einzige Neuerkrankung gemeldet worden. Allerdings würden nicht alle Infektionen den Behörden mitgeteilt, hieß es weiter.

Mindestens 1500 Dosen eines experimentellen Ebola-Impfstoffes sollen Anfang 2015 für medizinisches Personal und andere Helfer in Westafrika eingesetzt werden. Kanada spendete der Weltgesundheitsorganisation die Substanz, die erstmals in den nächsten Tagen in den USA an gesunden Probanden getestet werden soll. Tests mit einem zweiten erfolgversprechenden Impfstoff laufen bereits seit September in den USA und Großbritannien. (APA/Reuters/dpa)


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