Tiroler Gemeinden sollen 400 Asylquartiere bereitstellen

Caritas ist zufrieden mit der bisherigen Herbergssuche in den Pfarren. Land hat seinerseits personelle Engpässe, um die Quartierangebote zu prüfen.

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Von Peter Nindler

Innsbruck –Die FPÖ brachte gestern im Landtag einmal mehr das Thema Sicherheit in Innsbruck aufs Tapet. Doch von den anderen Fraktionen wollte eigentlich niemand so recht den Ball von FP-Klubchef Rudi Federspiel aufnehmen. Generell sprechen sich die Abgeordneten zwar für eine ausreichende Präsenz der Polizei aus, doch für SPÖ-Klubchef Gerhard Reheis ist eines gewiss: „Innsbruck ist eine der sichersten Landeshauptstädte des Landes.“

Vielmehr beschäftigt die Abgeordneten derzeit die Flüchtlingssituation. „Was wollen wir am Ende des Tages für eine Gesellschaft sein?“, fragte ÖVP-LA Kathrin Kaltenhauser ihre Kolleginnen und Kollegen. Sie plädiert für die Aufnahme von Kriegsflüchtlingen und Asylwerber, deren Hoffnung Europa sei. „Doch bereits 22.000 Menschen haben dafür im Mittelmeer ihr Leben verloren.“

Vorwärts-Klubchef Hand Lindenberger kritisierte die Panikmache der FPÖ, Liste Fritz-Klubobfrau, Andrea Haselwanter-Schneider brach ebenfalls eine Lanze für Humanität und Solidarität. Niemand müsse sich vor Flüchtlingen fürchten, ist auch Sozialreferentin LR Christine Baur (Grüne) sicher. In Anlehnung an ein Zitat des ehemaligen Grünen-Chefs Alexander Van der Bellen bezeichnete sie die FPÖ als „Partei der ängstlichen Männer“.

Heute will Baur gemeinsam mit LH Günther Platter (VP) die Weichen für weitere 400 Flüchtlingsunterkünfte stellen. „Beim Asylgipfel mit den Bezirkshauptleuten und den Planungsverbandsobmännern geht es vor allem darum, fixe Unterkünfte zu schaffen.“ Die Flüchtlingsströme würden nämlich konstant hoch bleiben, ist Baur überzeugt. Die Angebote seien da, mittlerweile gebe es aber zu wenig personal, um diese auf deren Tauglichkeit zu prüfen. „Damit es keine Warteschleife gibt, benötigen wir mehr Personal.“ Beim Asylgipfel soll die Koordination mit Gemeinden, den Planungsverbänden und den Bezirkshauptmannschaften verbessert werden.

Eine positive Bilanz zieht Caritas-Direktor Georg Schärmer nach dem Appell vor wenigen Wochen. „Wir bekommen aus den Pfarren, aber auch von Gemeinden und Privaten Angebote.“ Natürlich würden sich nicht alle Unterkünfte eignen, „doch es schaut einmal sehr gut aus“. Neun Pfarren hätten bereits konkrete Vorschläge für Quartiere unterbreitet, mehr als doppelt so viele würden noch zusätzliche Informationen über die Voraussetzungen benötigen.


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