Zwei Töchter in Wien-Ottakring getötet 2 - Gefahr für lebende Tochter

Wien (APA) - Die Mutter gab in ihrer Einvernahme an, sich an das, was nach dem Frühstück passiert war, nicht mehr erinnern zu können. Laut G...

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Wien (APA) - Die Mutter gab in ihrer Einvernahme an, sich an das, was nach dem Frühstück passiert war, nicht mehr erinnern zu können. Laut Gerichtspsychiater Karl Dantendorfer eine „glaubhafte“ Darstellung: Einerseits habe die Frau ein „ganz, ganz schweres Polytrauma“ erlitten, anderseits liege eine Dissoziation vor. In einer Art Selbstschutzmechanismus blende das Hirn gewisse Teile der Erinnerung aus.

Falls diese Teile wieder zurückkehren, sei die 39-Jährige stark suizidgefährdet, bemerkte Dantendorfer. Auf der anderen Seite stellt die Mutter weiter eine Gefahr für die überlebende Tochter dar. Laut Gutachter könnte sie dieser in ihrem Wahn nach dem Leben trachten, um zu verhindern, dass die Zwölfjährige den Morbus Addison an männliche Nachkommen weitergibt. Der Sachverständige empfahl daher, die Frau im Maßnahmenvollzug unterzubringen, wo eine Behandlung ihrer Wahnvorstellungen gewährleistet sei.

Die Befragung der 39-Jährigen verlief nicht sehr ergiebig. Auf die Frage, wie es gehe, erwiderte sie: „Seit ich erfahren habe, dass mein Kind krank ist, geht es mir sehr schlecht.“ Es handle sich um „meinen einzigen Sohn. Das ist Schicksal. Das ist eine Sache Gottes.“ Die Frage nach dem Familienleben, das bis zu der Tat durchaus harmonisch verlaufen sein soll, beantwortete die Frau mit: „Ich danke Gott für alles. Er ist sehr gut zu mir. Mein Mann war sehr gut zu mir, auch zu den Kindern war er sehr gut. Nur die Krankheit meines Sohnes hat alles durcheinandergebracht.“

Der 44 Jahre alte Mann ist mit seiner ältesten Tochter und dem Sohn mittlerweile nach Ägypten übersiedelt. Mit der Entscheidung über den Unterbringungsantrag war gegen 14.00 Uhr zu rechnen.

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