Eurofighter-Mängel: Minister Klug um Beruhigung bemüht

Der Verteidigungsminister betonte, dass der Flugbetrieb durch die Produktionsfehler „in keiner Weise eingeschränkt“ sei. Die Eurofighter-Task-Force prüfe aber mögliche Vertragsfolgen.

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(Archivbild)
© Jan Hetfleisch

Toulouse/Wien - Das Verteidigungsministerium versucht, im Wirbel rund um die Bohrlöcher der Eurofighter zu beruhigen. Flugbetrieb und Sicherheit seien „in keiner Weise eingeschränkt“, wurde am Donnerstag in einer Aussendung festgehalten. Minister Gerald Klug (SPÖ) betonte im Ö1-Mittagsjournal, dass „aktuell an der richtigen Stelle gearbeitet“ werde.

Zuletzt waren Spekulationen laut geworden, dass die nicht ausreichend gereinigten Bohrlöcher am Rumpfhinterteil des Fliegers ein Grund für einen Ausstieg aus dem Abfangjäger-Deal sein könnte. Darauf ließ sich Klug indes nicht ein: Er verwies generell auf die „Task Force“ im Ministerium, die den Ankauf und mögliche Korruptionsfälle „in enger Zusammenarbeit mit der Staatsanwaltschaft“ prüft. Diese untersuche nun auch mögliche „zivilrechtliche Ansprüche“, die sich aus dem Fertigungsmangel ergeben könnten, hieß es aus dem Ministerium.

Klug: SPÖ war immer gegen Eurofighter

Klug erinnerte daran, dass die SPÖ immer gegen die Eurofighter gewesen sei. „Jetzt sind sie da. Sie belasten das Budget des österreichischen Bundesheeres überdurchschnittlich, aber sie sind Teil der österreichischen Luftraumüberwachung.“ Sollten sich wie auch immer geartete „Möglichkeiten“ bieten, werde er „das beste Ergebnis für die Republik herausholen“, wiederholte Klug mehrmals, ohne die „Möglichkeiten“ zu präzisieren.

Das Ministerium reagierte in seiner Aussendung auch auf Kritik, dass Klug nicht ausreichend über den Fertigungsmangel informiert gewesen sei. Sogenannte Service Bulletins der Industrie seien zahlreich und Routine. Nur bei kritischen Problemen werde das Überwachungsgeschwader in Zeltweg informiert, danach erfolge „je nach Dringlichkeit bzw. Schwere des Problems die Information an militärische Entscheidungsträger und in weiterer Folge an den Bundesminister“. Im Fall der Bohrlöcher würden „von der Industrie weitere Untersuchungen vorgenommen“. (APA)


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