Eurofighter musste nach Überschallflug in Innsbruck notlanden

Bei der routinemäßigen Kontrolle einer ausländischen Militärmaschine über Tirol verursachten zwei Eurofighter Überschallknalle. Einer der Bundesheer-Jets bekam daraufhin Triebwerksprobleme und musste am Flughafen Innsbruck notlanden.

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Der Eurofighter nach der Notlandung am Flughafen Innsbruck.
© zeitungsfoto.at

Innsbruck - Die Überschallflüge von zwei Eurofightern im Rahmen eines „Abfangszenarios“ haben heute Nachmittag für große Aufregung in weiten Teilen Tirols gesorgt. Die beiden Knalle waren gegen 14.35 Uhr über ganz Nordtirol deutlich zu hören. Grund für den Überschalleinsatz war laut dem Bundesheer die „routinemäßige Kontrolle“ einer ausländischen Militärmaschine, die in den österreichischen Luftraum geflogen war. „Es galt die Überfluggenehmigung der Maschine zu kontrollieren“, sagte Heeressprecher Michael Bauer gegenüber der Tiroler Tageszeitung. „Die Eurofighter haben das gemacht, wofür sie da sind.“

Beim Übertritt in die Überschallgeschwindigkeit kam es bei einem der beiden Eurofighter allerdings zu einem Triebwerksproblem. Dem Piloten war eine Triebwerksbrandwarnung angezeigt worden. Es sei jedoch kein Rauch erkennbar gewesen. Der betroffene Bundesheer-Jet musste, nachdem er das eine Triebwerk abgeschaltet hatte, am Flughafen in Innsbruck landen. Die Landung sei „routinemäßig“ vonstatten gegangen, betonte Bauer. Im vergangenen Jahr seien für derartige Fälle alle zivilen Flughäfen in Österreich angeflogen und entsprechende Landemanöver geübt worden. Der zweite Eurofighter flog weiter nach Zeltweg.

Die betroffene Maschine steht laut Bauer derzeit am Innsbrucker Flughafen. Techniker des Heeres seien auf dem Weg dorthin. Wann mit den ersten Ergebnissen der Untersuchung zu rechnen sei, war vorerst unklar.

Zahlreiche Anrufe besorgter Bürger

Laut Innsbrucks Vizebürgermeister Christoph Kaufmann gingen bei der Stadt zahlreiche Anrufe besorgter Bürger ein, die die explosionsartigen Geräusche vernommen hatten. Auch bei der Leitstelle Tirol und bei der Berufsfeuerwehr Innsbruck liefen die Leitungen heiß.

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Die Knalle waren in ganz Nordtirol wahrzunehmen. Meldungen darüber gingen vom Zillertal bis zum Außerfern ein. In Innsbruck ist zumindest ein Schaufenster durch die Vibrationen zu Bruch gegangen, berichtete die Tiroler Versicherung.

Pilz will Nationalen Sicherheitsrat einberufen

Für den grünen Sicherheitssprecher Peter Pilz ist der Eurofighter-Notfall „der letzte Beweis, dass das System Eurofighter in Österreich nicht mehr betrieben werden kann“. Er bereite „zum Systemzusammenbruch Eurofighter“ die Einberufung des Nationalen Sicherheitsrates vor, kündigte der Abgeordnete in einer Aussendung an. (siha, tt.com)

Leser-Kommentare

Dominik Mair: „In Seefeld meinte eine Freundin, dass das Haus fast zusammenbricht. Der Knall war in Zirl und selbst in Imst von einem Kollegen zu hören und zu spüren.“

Cornelia Mehtic: „Wir drübem im Zillertal habens auch noch gehört... Hab mi schu gwundert... Sogar de Fenster habm gwackelt...“

Martina Barbist-Gebhard: „Auch in Reutte war es nicht zum Überhören.“

Andreas Peinhaupt: „Im Außerfern am Fuße der Zugspitze war der Knall einfach der Hammer! Hab gedacht es wäre was explodiert.“

Kostadinka Todorovic: „Bei uns in Kematen haben die ganzen Fensterscheiben gewackelt.“


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