Sans Papiers hofft auf Hilfe der Politik

Obwohl Sans Papiers knapp den zweiten Sieg verpasste, stimmt die Entwicklung der Integrations-Elf, wie Coach Mario Bachlechner beteuert. Immer mehr Spieler wollen an Bord, nur die Ressourcen fehlen dafür.

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Von Manuel Lutz

Innsbruck –Beim Spiel der 2. Klasse Mitte zwischen Sans Papiers und Hatting-Pettnau (2:2) trafen gestern die beiden Neulinge des Tiroler Unterhauses aufeinander. Die Ausgangslage war nahezu dieselbe, der Saisonstart verlief bislang nicht zufriedenstellend, die Teams rangieren am Ende der Tabelle. Daher zählte am Sportplatz Besele nur ein Sieg, um wieder Selbstvertrauen zu tanken. Bis kurz vor Schluss führte Sans Papiers mit 2:1 – dann gelang den Gästen jedoch der Ausgleich. Die Enttäuschung war der Elf aus Asylwerbern ins Gesicht geschrieben: Nach neun Runden hält die Truppe von Mario Bachlechner nun bei vier Zählern – das hatten sich die Kicker wohl anders vorgestellt.

Trotz der mageren Punkteausbeute ist der Sans-Papiers-Coach zufrieden mit der Entwicklung seiner Elf: „Die Disziplin ist deutlich besser geworden, die Jungs haben viel gelernt.“ Der Zehn-Regeln-Vertrag, den Bachlechner seinem Team vor der Saison vorgelegt hatte, zeigt seine Wirkung: „Am Anfang waren die Jungs nicht so pünktlich. Einer kam immer zu spät, der musste dann einen Monat die Wäsche waschen. Nun passt die Pünktlichkeit.“ Der Betreuer will damit seinen Spielern die richtigen Werte vermitteln, wie er verrät: „Ich will ihnen etwas für das Leben mitgeben, für einen Job oder eine Bewerbung.“

Bachlechners Wunsch für die nahe Zukunft ist klar: „Wir brauchen unbedingt einen Co-Trainer. Auch ein älterer Herr, der schon in Pension ist und in der Vergangenheit mit Fußball zu tun gehabt hat, würde uns helfen.“ Zumindest über Verstärkung auf dem Spielfeld darf sich der Übungsleiter freuen, am vergangenen Montag erschienen am Besele 20 Spieler aus Somalia, fünf davon würden eine Chance erhalten: „Vielleicht ist ja ein treffsicherer Stürmer dabei, den benötigen wir dringend.“

Obwohl man auch die restlichen Interessenten gerne aufnehmen würde, sind den Verantwortlichen bei Sans Papiers die Hände gebunden, wie Obfrau Angela Eberl berichtet: „Wir brauchen mehr Ressourcen, dann könnten wir ein zweites Team gründen und auch im Nachwuchs etwas bewegen. Jeder soll die Chance bekommen.“ Eberl wartet: „Ich hoffe, der Landeshauptmann ruft bald zurück.“


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