Ebola - Dutzende Menschen hatten Kontakt zu US-Patient

Dallas (Texas)/Freetown/Conakry (APA/Reuters) - Im Ebola-Fall von Texas haben deutlich mehr Menschen als bisher angenommen Kontakt zu dem er...

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Dallas (Texas)/Freetown/Conakry (APA/Reuters) - Im Ebola-Fall von Texas haben deutlich mehr Menschen als bisher angenommen Kontakt zu dem erkrankten Mann und seiner Familie gehabt. Statt 18 Personen könnten es bis zu 80 gewesen sein, berichtete der US-Sender NBC am Donnerstag unter Berufung auf den Gesundheitsdienst in Dallas. Vier Familienangehörige des Patienten wurden angewiesen, als Vorsichtsmaßnahme ihre Wohnung nicht zu verlassen.

Der Erkrankte selbst befindet sich auf einer Isolierstation in Dallas in einem kritischen Zustand. Die Angst vor einer Ausbreitung der in Westafrika ausgebrochenen Seuche sorgte an den Börsen für Verluste, vor allem Aktien von Fluggesellschaften gaben nach.

Die US-Gesundheitsbehörden forderten die Krankenhäuser auf, Lehren aus dem Vorgehen in Dallas zu ziehen. Der aus Liberia eingereiste, mit Ebola infizierte Mann war zunächst mit Antibiotika nach Hause geschickt worden und hatte somit möglicherweise Kontakt zu weiteren Menschen. Patienten müssten künftig über ihre Reisetätigkeiten befragt werden. Es müsse sichergestellt werden, dass aus Westafrika kommende Personen Ebola-frei seien. „Leider ist dies in diesem Fall nicht geschehen“, sagte der Chef des Nationalen Instituts für Allergien und Infektionskrankheiten, Anthony Fauci.

Nachdem der Mann nach Hause geschickt wurde, übergab er sich nach Darstellung eines Nachbarn vor dem Appartementkomplex, in dem er wohnt. Dann sei er in einen Rettungswagen gebracht worden. Die ganze Familie habe geweint. Nach einem Bericht der „New York Times“ half der Mann, der Mitte 40 sein soll, in Liberia dabei, eine an Ebola erkrankte Frau in ein Krankenhaus zu bringen. Da sie dort aus Platzgründen aber abgelehnt worden sei, habe er dann auch beim Transport zurück in ihre Wohnung geholfen, wo die Frau später gestorben sei.

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Ebola-Infizierte gelten als ansteckend, wenn sie typische Symptome wie hohes Fieber, Erbrechen, Durchfall, Schwächegefühl oder Blutungen zeigen. Die Krankheit ist über den Kontakt mit Körperflüssigkeiten übertragbar. An der Seuche sind in Westafrika seit März nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) mindestens 3.338 Menschen gestorben, 7178 Menschen haben sich infiziert. Betroffen sind vor allem Liberia, Guinea und Sierra Leone.

Die liberianische Präsidentin Ellen Johnson Sirleaf sagte, die Lage stabilisiere sich in ihrem Land. Sie hoffe darauf, dass sich durch neue Daten die bisherigen Prognosen der WHO bald „schlicht als falsch“ herausstellten. Die WHO geht bisher davon aus, dass sich bis Anfang November 20.000 Menschen infiziert haben könnten.

Die Börsen reagierten weltweit mit Verlusten auf den Fall in den USA. Vor allem die Aktienkurse von Fluggesellschaften und Transportunternehmen gaben nach. Der Chef der Airline Emirates, Tim Clark, sprach von Hinweisen, dass die Nachfrage nach Flügen aus dem Osten in Richtung Afrika nachlasse. Auch Ethiopian Airlines hat nach Angaben eines Sprechers Signale für eine stärkere Vorsicht von Kunden bei Flugbuchungen. Anders als die Fluggesellschaften gehörten Papiere von US-Pharmaunternehmen, die an Präparaten zur Bekämpfung von Ebola arbeiten, zu den Gewinnern.


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