Ukraine - Klitschko: „Wir waren immer neutral, das war ein Fehler“

Wien (APA) - Der Kiewer Bürgermeister Witali Klitschko kann nichts mit den Neutralitätsempfehlungen Österreichs für die Ukraine anfangen. „W...

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Wien (APA) - Der Kiewer Bürgermeister Witali Klitschko kann nichts mit den Neutralitätsempfehlungen Österreichs für die Ukraine anfangen. „Wir waren immer neutral und ein blockfreier Staat. Heute sehen wir, dass das ein Fehler war“, sagte Klitschko der Tageszeitung „Der Standard“ (Freitagsausgabe). Eine Annäherung an die NATO sei „nicht auszuschließen“, fügte er hinzu.

Klitschko entschuldigte sich auch für die im zugeschriebene Idee, eine Mauer zu Russland zu bauen. Er wäre „niemals darauf gekommen“, betonte er. „In der modernen Welt Mauern zu bauen ist mittelalterlich. Heute sind eine moderne Armee, eine starke Wirtschaft und politische Arbeit die sogenannte Mauer. Das ist viel, viel effektiver als eine echte Mauer.“

Die russisch dominierte Ostukraine solle durch wirtschaftlichen Erfolg im Land gehalten werden. Die Bürger der Ukraine wollten alle einen normalen Lebensstandard haben, sagte Klitschko. „Alles andere ist künstlich aufgeblasen. Ohne Finanzierung und ohne Waffenlieferung und ohne russische Soldaten hätte dieser Konflikt nicht stattgefunden.“ Zugleich betonte er, dass sich der geplante Sonderstatus für die Ostukraine auf „bestimmte wirtschaftliche Forderungen“ beziehe, „aber es wird keine Autonomie geben“.

Als Prioritäten seiner Partei UDAR nach der Parlamentswahl am 26. Oktober nannte Klitschko Reformen und den Kampf gegen die Korruption. Nicht festlegen wollte er sich, was eine Koalition mit der rechtsextremen Swoboda-Partei betrifft. Angesprochen auf ein mögliches Naheverhältnis zum in Österreich inhaftierten Oligarchen Dmytro Firtasch sagte Klitschko, er sei „unabhängig“, kenne aber auch „sehr viele Oligarchen“. „Als Politiker muss ich mit allen sprechen, aber bleibe trotzdem unabhängig.“


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