CEE-Finanzminister wollen Kampf gegen Steuerhinterziehung verstärken

Prag (APA) - Auf eine Verstärkung der Zusammenarbeit bei der Bekämpfung von Steuerhinterziehung haben sich am Donnerstag in Prag die Finanzm...

  • Artikel
  • Diskussion

Prag (APA) - Auf eine Verstärkung der Zusammenarbeit bei der Bekämpfung von Steuerhinterziehung haben sich am Donnerstag in Prag die Finanzminister Tschechiens, Österreichs, Deutschlands, der Slowakei, Polens und Ungarns geeinigt. Oberste Priorität habe der Kampf gegen Steuerbetrug bei Geschäften mit Treibstoffen, erklärte der tschechische Finanzminister Andrej Babis auf einer Pressekonferenz nach dem Treffen.

Außerdem erwägen die Minister auch einen Informationsaustausch über unzuverlässige Steuerzahler.

Babis sagte laut der Nachrichtenagentur CTK weiter, Tschechien halte nicht mehr an einer flächendeckenden Einführung des „Reverse Charge“-Modells zur Berechnung der Mehrwertsteuer fest. Diesen Vorschlag hatte Babis im Juni seinen EU-Kollegen für alle Waren und Dienstleistungen vorgeschlagen, allerdings lehnte es die EU-Kommission ab.

Der deutsche Finanzminister Wolfgang Schäuble sagte dazu in Prag, es sei nicht möglich, eine derartige Maßnahme in der gesamten EU schnell einzuführen. Der ungarische Finanzminister Mihaly Varga sprach demgegenüber von einer „interessante Idee“ und einem „guten Instrument gegen Betrügereien“.

Beim Reverse-Charge-Verfahren verschiebt sich die Steuerschuld ans Ende der Lieferkette auf den Leistungsempfänger, die betrugsanfällige Vorsteuererstattung entfällt. Nach Schätzungen der EU-Kommission kostet Mehrwertsteuerbetrug die EU und die Budgets der EU-Staaten alljährlich mehrere Milliarden Euro.


Kommentieren