IS - USA begrüßen türkische Zustimmung zu Militäreinsatz

Washington/Teheran/Ankara (APA/AFP) - Die US-Regierung hat die Zustimmung des türkischen Parlaments zu einem Militäreinsatz gegen die Jihadi...

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Washington/Teheran/Ankara (APA/AFP) - Die US-Regierung hat die Zustimmung des türkischen Parlaments zu einem Militäreinsatz gegen die Jihadistenmiliz „Islamischer Staat“ (IS) im Irak und in Syrien begrüßt. Es habe bereits im Vorfeld „zahlreiche Gespräche auf ranghoher Ebene über die Zusammenarbeit“ gegeben, sagte US-Außenamtssprecherin Jen Psaki am Donnerstag in Washington.

Diese sollten nun fortgesetzt werden, „um der Bedrohung durch den IS im Irak und in Syrien zu begegnen“. Das Parlament in Ankara hatte zuvor einen Militäreinsatz gegen den IS im Irak und in Syrien gebilligt. Mit der Entscheidung wird die türkische Armee zum Eingreifen in den Nachbarstaaten ermächtigt. Das Mandat ist für ein Jahr gültig. Durch die Entscheidung wird auch ausländischen Truppen der Transit durch die Türkei zum Einsatz gegen den IS gestattet.

Bisher gab Präsident Recep Tayyip Erdogan noch keine genauen Pläne für einen Militäreinsatz bekannt. Nach Einschätzung türkischer Medien steht ein direktes militärisches Eingreifen Ankaras in den Kampf gegen den IS nicht bevor. Stattdessen wird die Türkei demnach den Verbündeten Militärbasen wie den Luftwaffenstützpunkt Incirlik zur Verfügung stellen.

Die US-Luftwaffe fliegt seit Anfang August Angriffe auf Stellungen der IS-Miliz im Irak und seit der vergangenen Woche außerdem in Syrien. Unterstützt wird sie dabei von zahlreichen arabischen und europäischen Partnern. Die türkische Regierung lehnte ein militärisches Vorgehen gegen den IS lange Zeit ab. In den vergangenen Tagen schwenkte sie jedoch um.

Der Iran rief die Türkei am Donnerstag zur Besonnenheit auf. Ankara solle nichts tun, „das die Lage verschlimmern könnte“, sagte Außenminister Mohammed Javad Zarif nach Angaben der amtlichen Nachrichtenagentur Irna in einem Telefonat mit seinem türkischen Kollegen Mevlut Cavusoglu. Die Staaten der Region müssten „verantwortungsvoll“ handeln.

Der Iran ist ein Verbündeter von Syriens Staatschefs Bashar al-Assad, die Türkei unterstützt hingegen seit Jahren gegen Assad kämpfende gemäßigte Rebellen. Aus anfänglich friedlichen Protesten gegen Assad hatte sich in Syrien seit Mitte März 2011 ein Bürgerkrieg entwickelt, bisher wurden Schätzungen zufolge mehr als 190.000 Menschen getötet.


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