Gedenken an Flüchtlingsdrama auf Lampedusa

Rom (APA) - Ein Jahr nach der Schiffskatastrophe vor Lampedusa mit mehr als 360 Toten gedenkt die italienische Mittelmeerinsel der Opfer die...

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Rom (APA) - Ein Jahr nach der Schiffskatastrophe vor Lampedusa mit mehr als 360 Toten gedenkt die italienische Mittelmeerinsel der Opfer dieser großen Flüchtlingstragödie. Überlebende des Flüchtlingsdramas und Angehörige der Opfer beteiligten sich am Donnerstagabend an einer multikonfessionellen Zeremonie.

Gedenkveranstaltung mit Überlebenden und Hinterbliebenen sind auch am heutigen Freitag geplant. EU-Parlamentspräsident Martin Schulz sowie Italiens Außenministerin und designierte EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini und die italienische Parlamentspräsidentin Laura Boldrini trafen auf der Insel ein und beteiligten sich an einer Podiumsdiskussion über Initiativen zur Vorbeugung weiterer Flüchtlingstragödien im Mittelmeer. Organisiert wurde die Veranstaltung von der Gemeinde Lampedusas.

„In den letzten 20 Jahren sind 20.000 Menschen im Mittelmeer gestorben. Das Flüchtlingsdrama am 3. Oktober 2013 war nur ein Unglück inmitten einer dramatischen Serie. Allein in diesem Jahr sind circa 3.000 Menschen bei Seeüberfahrten ums Leben gekommen. Solange Europa keine Initiativen zum Schutz der Flüchtlinge ergreift, werden weitere tausende Menschen sterben“, sagte ein Sprecher des Komitees „3 Oktober“, das Überlebende der Flüchtlingstragödie vor einem Jahr und deren Angehörige vereint.

Am Freitag werden Boote Blumenkränze am Ort der Schiffstragödie ins Meer werfen. Außerdem soll auf dem Meeresboden zur Erinnerung an die Opfer eine Gedenktafel angebracht werden. Am Freitagnachmittag werden Überlebende und Angehörige der Opfer durch das Zentrum Lampedusas ziehen. 368 Laternen zum Andenken an jedes Opfer werden in die Luft steigen. Nach einem Gebet sollen die Bilder der Überlebenden und jener Helfer ausgestellt werden, die sich am Tag des Unglücks auf Lampedusa befanden.


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