Ein profundes Werk über das alte Landeck

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Landeck um 1930 – die südliche Stadtausfahrt in Richtung Reschenstraße.
© Archiv Zobl

Von Helmut Wenzel

Landeck –Kaum zu glauben, dass es einmal drei Bier­brauereien in Landeck gab. „Sie kamen als Relikt der bayerischen Herrschaft zu Beginn des 19. Jahrhunderts nach Tirol“, weiß der Landecker Heimatforscher und Buch­autor Georg Zobl. Oder: Vor 100 Jahren haben noch 15 heimische Lebensmittelhändler die Bevölkerung versorgt, daz­u kamen etliche Metzgereien und Bäckereien. Allein am Thialbach gab es drei Mühlen. Als 1910 die Stelle eines „Aichmeisterpostens“ für ein Landecker Eichamt ausgeschrieben wurde, musste der Bewerber „des Schreibens und Rechnens vollkommen kundig sein“.

Zobl (78), Standesbeamter im Ruhestand, war bis zuletzt meistens im „Unruhestand“. Unermüdlich forschte er in Archiven über seiner Heimatstadt, sammelte Dokumente und Fotos. Der Themenbogen reicht von Haus- und Familiengeschichten über Biografien, Kriegs- und Zwischenkriegszeit bis zum Bau der Citypassage. In Summe sind es 151 Einzelgeschichten, die er vor wenigen Tagen in einem 644 Seiten umfassenden Buch mit dem Titel „Mosaiksteine aus Landecks Vergangenheit“ veröffentlicht hat.

„Drei Bezugspersonen in meinem Umfeld haben bei mir Neugierde und Interess­e an der Geschichte unserer Stadt geweckt“, erzählte der Autor, der sich nicht scheut, einige kritische Anmerkungen zu machen: „Früher ist die Wertschöpfung der Betrieb­e im Ort geblieben. Heute wird sie durch Multikonzerne abgezogen, Teilzeit beschäftigte Frauen ziehen Fertigwaren über die Sannerkasse. Geschäfte in Kernzonen stehen leer, für die Auspendler ist der Bahnhof-Parkplatz zu klein.“

Zur Buchpräsentation lädt der Bezirksmuseumsverein am Sonntag, 5. Oktober, ab 19 Uhr auf Schloss Landeck.

Das Jöchlerhaus mit belebten Verkaufsständen.
© Archiv Zobl

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