Rosengasse schlägt Hauptplatz

Die „Rosengasse neu“ in Lienz feiert den zehnten Geburtstag. Das gelang, weil Stadt, Hausbesitzer und Kaufleute kooperierten. Am Hauptplatz tut sich hingegen noch nichts.

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Von Catharina Oblasser

Lienz –Die Obere Altstadt von Lienz hat sich eindrucksvoll gemausert. Statt Lkw und Autos, die sich durch die enge Rosengasse quälen, laden die Gasse und der angrenzende Johannesplatz als Fußgängerzonen zum Spazieren und Einkaufen ein. 2004 fand der große Umbau statt, heuer feier­t die „Rosengasse neu“ den zehnten Geburtstag.

Der Weg dahin war weder einfach noch billig, erinnert sich Carla Egger-Erlach. Die Apothekerin ist Obfrau eines Vereins, in dem sich alle beteiligten Hausbesitzer zusammenfanden, um gemeinsame Sache zu machen. „Wir haben das Projekt für die Neugestaltung selbst ausgearbeitet und haben auch ein eigenes Marketing-Budget, zu dem alle beitragen“, schildert Egger-Erlach. Mit dem Umbau allein war es aber nicht getan, es gibt bis heute regelmäßig Programm, vom Kranzlsingen bis zum Jazzkonzert. Mittlerweile ist auch die angrenzende Messinggasse mit dem Stadtmarkt runderneuert, viele Veranstaltungen werden gemeinsam geplant. „Auch das Moonlight-Shopping hat in der Oberen Altstadt begonnen“, erinnert sich Carla Egger-­Erlach. Die Beleuchtung für die Shoppingnächte und zu Weihnachten zahlen die Oberen Altstädter aus dem eigenen Budget.

Stadtmarketing-Chef Oskar Januschke beschreibt das Beitragssystem für das Marketing mit dem eines Einkaufszentrums. „Dort zahlt automatisch jeder Mieter eine bestimmte Summe für gemeinsames Marketing. In der Oberen Altstadt funktioniert das auch so, nur auf freiwilliger Basis. Berechnet werden die Beiträge nach der Verkaufsfläche, pro Quadratmeter fließen 50 Cent in den gemeinsamen Marketingtopf.“

Das gleiche System ist auch für den Lienzer Hauptplatz vorgesehen. Auch dort gibt es eine Interessenten-Vereinigung, die zur Sanierung und Neugestaltung des Platzes beitragen soll. Das fordere die Stadt nämlich, wenn sie Geld für die Sanierung bereitstellt, sagt Bürgermeisterin Elisabeth Blanik. „Schließlich müsste man am Hauptplatz noch mehr investieren als in der Oberen Altstadt.“ Dort machte die Stadt immerhin 800.000 Euro locker.

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Dass der Hauptplatz zehn Jahre hinter der Rosengasse her hinkt, erweckt unter den Kaufleuten immer mehr Unmut. „Es hat seit Ewigkeiten keine Sitzungen mehr gegeben, man hört und sieht nichts“, kritisiert Kaufmann Robert Geiger.


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