Sanktionen - Tschechische Gemüseproduzenten kritisieren Dumpingpreise

Prag (APA) - Tschechische Gemüseproduzenten beschweren sich über Dumpingpreise bei Gemüse, das aus der EU wegen der russischen Gegensanktion...

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Prag (APA) - Tschechische Gemüseproduzenten beschweren sich über Dumpingpreise bei Gemüse, das aus der EU wegen der russischen Gegensanktionen verstärkt importiert wird. Die Preise sind laut Chef des Gemüseherstellerverbandes, Jaroslav Zeman, um ein Fünftel eingebrochen. Wegen der großen Überschüsse werde ein weiterer Rückgang erwartet, berichten tschechische Medien heute, Freitag.

„Hier tauschen schon die Waren aus Polen mit Dumpingpreisen auf und unsere Preise werden dann verzerrt“, so Zeman. Als Beispiel nannte er Kraut, das normalerweise für 3,50 Kronen (13 Cent) pro Kilogramm verkauft werden sollte, allerdings bieten es die polnischen Bauern jetzt um nur 2 Kronen an.

Der Preisverfall droht laut Zeman auch bei Zwiebeln und Karotten. „Die EU bietet zwar eine bestimmte Kompensation für die Liquidierung der Überschüsse an, allerdings besteht die Frage, inwieweit dies reicht (...). Die einen ackern es ein, die anderen werden sich aber bemühen, das Gemüse um jeden Preis anderswo weiterzuverkaufen“, sagte Zeman. Den Handelsketten warf er vor, die Situation bei den Verhandlungen mit den tschechischen Gemüselieferanten zu missbrauchen.

In diesem Zusammenhang tritt am heutigen Freitag in Tschechien eine Regierungsverordnung in Kraft, aufgrund derer die Importeure bestimmter Nahrungsmittel mindestens zwei Tage vor Verkaufsbeginn die Kontrollbehörden, die Fracht und den geplanten Verkaufspreis melden müssen. Dies soll den Behörden helfen, sich auf problematische Lieferungen zu konzentrieren.

Laut Prager Landwirtschaftsministerium könnten die Verluste der tschechischen Nahrungsmittel-Exporteure bei den Erlösen bei bis zu 300 Mio. Kronen liegen. Indirekte Auswirkungen wegen der Importe von Überschüssen aus der EU könnten dann bis zu 1,5 Mrd. Kronen ausmachen, hieß es.

Mitte Oktober will das Landwirtschaftsministerium um 50 Mio. Kronen eine Kampagne starten, in der die Verbraucher zum Kaufen heimischer Nahrungsmitteln angeregt werden.


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