LH Platter: „Das Ende der Fahnenstange ist erreicht“

Tirols Landeshauptmann Günther Platter (VP) will keine weiteren Einsparungen mehr beim Bundesheer in Tirol akzeptieren.

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LH Platter warnt das Verteidigungsministerium vor weiteren Einsparungen beim Heer.
© Zangerl

Von Peter Nindler

Innsbruck –Das Aus für die Frundsberg-Kaserne in Vomp sowie die Franz-Joseph-Kaserne in Lienz kann Tirols LH Günther Platter noch akzeptieren. Für den ehemaligen Verteidigungsminister „ist jetzt aber das Ende der Fahnenstange“ erreicht. Wenn man noch ein Bundesheer mit einem Grundwehrdienst in Verbindung mit einer Miliz und dem für Tirol so wichtigen Katastrophenschutz haben wolle, dann müssten die jetzigen Strukturen aufrechterhalten bleiben, betont der Landeshauptmann. „Anders ist es nicht mehr machbar“, sagt er im Gespräch mit der TT.

Seine Aussagen möchte Platter auch als klare Feststellungen gegenüber der Bundesregierung verstanden wissen. „Denn ich will nicht in einem Jahr wieder mit dem Verteidigungsminister über mögliche Einsparungen verhandeln“, wie Platter hinzufügt. Auch die Bevölkerung habe dafür kein Verständnis. Der VP-Politiker verweist einmal mehr auf den Katastrophenschutz, der gerade in Tirol so wichtig sei. „Dafür benötigt es ausreichend Personal und Gerät.“ Außerdem müsse der Staat seiner Verpflichtung für eine umfassende Landesverteidigung nachkommen. Dazu zähle auch die Luftraumüberwachung.

Zu den technischen Problemen mit den Eurofightern und zu deren Zukunft will sich Platter nicht äußern, das sei Angelegenheit des Verteidigungsministers und der Bundesregierung. Von der Regierung erwartet sich der Tiroler Landeshauptmann jedoch, dass sie sich ihrer Verantwortung gegenüber der Bevölkerung stellt. „Souveränität und die Neutralität haben einen hohen Stellenwert, das muss der Regierung bewusst sein.“ Ziel müsse es deshalb sein, dass das Bundesheer diese Aufgaben auch erfüllen kann.

Gerüchte, die Ursache für die Notlandung liege darin, dass ein Eurofighter in den Überschallknall des anderen geflogen sei, zerstreut Militärkommandant Generalmajor Herbert Bauer. „Das ist falsch“, weiß er nach Rücksprache mit dem Kommandanten der Fliegerstaffel, „wir fliegen seit geraumer Zeit im Überschallbereich und so etwas ist noch nie vorgekommen.“

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Für den Ärger in Lienz hat Bauer Verständnis, weist aber gleichzeitig darauf hin, dass „diese Maßnahme schon lange geplant und bekannt“ war. Die Franz-Joseph-Kaserne hätte schon seit zehn Jahren geschlossen und verkauft werden sollen. Personell habe das aber so gut wie keine Auswirkungen, ist er fest überzeugt.

Was den Vomper Heeres-Hubschrauber betrifft, gebe es Zusagen, zu prüfen, wo er stationiert werden kann, wenn Vomp tatsächlich geschlossen wird. Wie lange das dauert, sei nicht absehbar. Bauer: „Die Zeitplanungen für die Realisierung aller Maßnahmen sind noch offen.“


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