Geisterbann der unlogischen Art

Innsbruck – Stefan Klampfer ist gelernter Bildhauer, in der Andechsgalerie präsentiert sich der in Wien lebende Kitzbüheler allerdings als F...

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Innsbruck –Stefan Klampfer ist gelernter Bildhauer, in der Andechsgalerie präsentiert sich der in Wien lebende Kitzbüheler allerdings als Fotograf. Was für den 35-Jährigen kein Widerspruch ist, gehe es doch auch hier um Skulpturales, wenn auch in einem die Illusion erhöhenden Sinn.

Stefan Klampfer ist ein Geschichtenerzähler. Kennt man diese nicht, lassen sie den Betrachter allerdings ziemlich ratlos zurück. Etwa, was es mit der naiv getöpferten Eule auf sich hat, die den gerade mit seiner Rolle als Künstler hadernden Klampfer aus dem Schaufenster einer Kreativwerkstatt angestarrt hat. Indem er sie ins Zentrum eines großformatigen Fotos rückt, erhöht er sie zum fast magischen, fetischartigen Objekt. Ähnlich verhält es sich mit der daneben hängenden Arbeit. Das Foto einer skurrilen Assemblage mit einem alten Eimer im Zentrum.

Bei diesen zwei Arbeiten spielt die Farbe eine zentrale Rolle, seine „Face-Pots“ sind dagegen Schwarzweiß. Sie zeigen ganz normale Zimmerpflanzen, die in Töpfen mit Gesichtern stehen. Um sie zu töpfern, glasieren und brennen, betätigte sich Klampfer im weitesten Sinn bildhauerisch. Allerdings nur als Hilfsmittel auf dem Weg zu seiner eigentlichen Arbeit, der Fotografie. Inspiriert wurde der Künstler zu seinen „Face-Pots“ von den „Face-Jugs“ auf den Gräbern afroamerikanischer Sklaven. Gemacht, um die bösen Geister zu vertreiben, die für Klampfer auch jene Künstler bedrohen, die sich – wie er – nicht der Logik des Kunstmarktes unterwerfen. (schlo)


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