Neue Volksbank Tirol muss sparen, Umbau bei Filialen

Mit dem ÖVAG-Abbau fusionieren die Nordtiroler Volksbanken zur Volksbank Tirol. Zu Jobs, Chefs und Filial-Änderungen halten sich die Institute bedeckt.

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Wien, Innsbruck –Die angekündigte Spaltung der Volksbanken AG (ÖVAG) sorgt dafür, dass auch bei den Nordtiroler Volksbanken kaum ein Stein auf dem anderen bleibt. Aus den drei Volksbanken Innsbruck-Schwaz, Kufstein-Kitzbühel und Landeck wird eine Regionalbank werden – die Volksbank Tirol. Die drei Banken teilten gestern gemeinsam mit, sie hätten bei der außerordentlichen Versammlung der regionalen Volksbanken Österreichs dem so genannten „Neun-plus-drei-Modell“ zugestimmt. Dieses sieht vor, dass die krisengeschüttelte ÖVAG, das Spitzeninstitut des Volksbankensektors, bis Mitte 2015 abgewickelt wird. Zugleich werden die derzeit 44 Volksbanken zu neun Landesbanken verschmolzen, die sieben Spezialinstitute der Bank zu drei Einheiten – daher der Name „neun plus drei“. Die ganze Umwandlung ermögliche eine Sanierung des Volksbankensektors ohne zusätzliches Steuergeld, versicherte ÖVAG-Chef Stephan Koren am Donnerstagabend. Tatsächlich aber wird es auch in Tirol vor allem darum gehen, Kosten zu sparen: „Bei der möglichen zukünftigen Bildung einer Volksbank Tirol stehen Marktanteilsgewinne, Effizienzsteigerungen und Kosteneinsparungen im Vordergrund“, erklärten die drei Tiroler Volksbanken. Zu einem möglichen Jobabbau hält sich die Bank bedeckt. „Aus heutiger Sicht erfolgt aufgrund der Fusion und aufgrund der damit zusammenhängenden Wachstumsstrategie kein Personalabbau. Sollte dennoch der Personalstand angepasst werden, erfolgt dies durch natürliche Fluktuation.“ Gemeint ist damit, dass bei Pensionen und Karenzierungen die Stellen nicht mehr nachbesetzt werden.

Überflüssig werden dürften durch die Zusammenlegung jedenfalls einige Vorstandsposten. Wie viele Chefs die neue Volksbank Tirol haben wird und welche Angebote für ausscheidende Vorstände angedacht sind, stehe derzeit noch nicht fest, teilte der Vorstandschef der Volksbank Kufstein, Wolfgang Schauer, auf Anfrage mit. Das Thema werde zu gegebener Zeit von Aufsichtsrat, Hauptversammlung und Generalversammlung bestimmt.

Eine Reduktion der Filialen sei nicht angedacht, erklärte Schauer. „Es wird jedoch möglicherweise Veränderungen in der Filialverteilung geben, da das gesamte Marktgebiet ,Bundesland Tirol‘ abzudecken ist.“

Durch die neue Struktur und einen gemeinsamen Auftritt hoffen die Tiroler Volksbanken, Marktanteile gewinnen zu können. Unter anderem sollen Klein- und Mittelbetriebe verstärkt angesprochen werden.

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Die drei Nordtiroler Volksbanken haben zusammen 505 Mitarbeiter und verfügen über 43 Filialen mit 130.000 Kunden. Die Bilanzsumme belief sich per Jahresende 2013 auf 3,3 Mrd. Euro, das Geschäftsvolumen auf 6,4 Mrd. Euro. Die Eigenmittel der drei Institute summieren sich auf rund 318 Mio. Euro, die Kernkapitalquote liegt bei 14,5 Prozent. Die Volksbank in Osttirol gehört organisatorisch zu Westkärnten. (wer)


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