Zu wenig Hilfe für Deutsch als Fremdsprache

Innsbruck – Das möglichst rasche Lernen von Deutsch ist eine der wichtigsten Maßnahmen, wenn es um die Integration von Flüchtlingen geht. Je...

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Innsbruck –Das möglichst rasche Lernen von Deutsch ist eine der wichtigsten Maßnahmen, wenn es um die Integration von Flüchtlingen geht. Je früher Menschen Deutsch lernen, desto besser. Darin sind sich alle Politiker einig. Nicht wirklich geregelt ist allerdings, wie und von wem Deutsch Betroffenen beigebracht werden soll. Das Angebot von Deutschkursen ist nicht überall gleich: Nachdem es nicht Teil der Grundversorgung ist, läuft es auf eine freiwillige Hilfe hinaus. Eine, die in Tirol vom Land von der Flüchtlingskoordination organisiert und finanziert wird. Teils mit ehrenamtlichen Helfern, aber auch Lehrern auf werkvertraglicher Basis: „In unseren Heimen bieten wir Deutschkurse an, da diese auch notwendig sind. Externe Kurse können wir nicht unterstützen, da diese Leistungen in der Grundversorgung nicht vorgesehen sind“, heißt es aus dem Büro von Soziallandesrätin Baur. Diese plädiert schon lange dafür, dass Deutschkurse Teil der Grundversorgung werden. Einen wirklichen Anspruch auf einen Deutschkurs haben Asylwerber erst dann, wenn sie asylberechtigt sind. Dann gibt es Kurse u. a. vom AMS oder ÖIF (Österreichischen Integrationsfonds). Asylberechtigte werden dort auf die verpflichtende Deutschprüfung vorbereitet. Dazu braucht es – mehr als in den Asylwerberheimen – wirkliche Fachleute, die „Deutsch als Fremdsprache“ vermitteln können. Wer diese Ausbildung machen will, muss dies aus privater Tasche bezahlen: 3500 Euro kostet der einziger Lehrgang an der Uni Innsbruck (den aktuell 16 Leute absolvieren).

Förderung gibt es dazu trotz mehrmaliger Ansuchen keine. Seitens des Landes heißt es, dass dies Bundessache sei. Geprüft wird derzeit, ob es in den nächsten Jahren ein reguläres Studium „Deutsch als Fremdsprache“ in Innsbruck geben soll. (lipi)


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