Bundesheer - Kaiser akzeptiert Kasernenschließung

Klagenfurt/Wien (APA) - Landeshauptmann Peter Kaiser (SPÖ) azeptiert die für Kärnten vorgesehenen Bundesheer-Einsparungen. „Das Wichtigste i...

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Klagenfurt/Wien (APA) - Landeshauptmann Peter Kaiser (SPÖ) azeptiert die für Kärnten vorgesehenen Bundesheer-Einsparungen. „Das Wichtigste ist, dass das Bundesheer den Schutz und die Sicherheit der Kärntner Bevölkerung in vollem Umfang aufrechterhält“, sagte er in einer Aussendung am Freitag. Die Goiginger Kaserne in Bleiburg wird geschlossen, der dortige Lehrbetrieb nach Klagenfurt verlegt.

Bleiburg suchte im Jahr 1955 um eine Kaserne an. 1956 wurde ein Zeltlager errichtet, das schrittweise ausgebaut wurde. Zuletzt wurde 1988 ein zweiter Kreuzbau als Wirtschaftsgebäude errichtet. In der Goiginger Kaserne befindet sich eine Lehrkompanie des Stabsbataillon 7 der 7. Jägerbrigade. Rund 50 Personen sind dort stationiert. Zuletzt wurden jährlich bis zu 100 Einjährig-Freiwillige ausgebildet. Das Kasernenareal umfasst 3,5 Hektar, ein halber Hektar davon ist verbaut.

Kaiser betonte, dass es personalmäßig zu keinen Einsparungen komme. Das Gelände in Bleiburg soll künftig durch lokale Wirtschaftsunternehmen genutzt werden. Dass die Kärntner Militärmusik erhalten bleibt, ist für Kaiser sein Verhandlungserfolg. „Wir haben uns hier gegen Graz durchsetzen können.“

Der Hubschrauberstützpunkt Annabichl wird ebenfalls geschlossen. Der Stützpunkt wurde nach den Überschwemmungskatastrophen 1965/66 gemeinsam mit jenem in Schwaz in Tirol eingerichtet. Ab 1970 war in Klagenfurt eine Alouette 3 stationiert. Am Stützpunkt arbeiten acht Personen.

Laut Kaiser sei mit Klug als Kompensation vereinbart, dass im Bedarfsfall - etwa bei drohenden Naturkatastrophen - mindestens ein Bundesheerhubschrauber in Klagenfurt stationiert wird. „Gerade Kärnten und seine Bevölkerung haben sich in der Vergangenheit, ob bei Schneechaos, Hochwasser, Waldbränden und sonstigen Katastrophen, immer auf den schnellen Einsatz des motivierten Bundesheerpersonals verlassen können. Und das bleibt auch weiterhin so“, meinte Kaiser.

FPÖ-Landesparteiobmann Christian Ragger kritisierte Kaiser in einer Aussendung. Dieser würde nicht im Sinne des Bundeslandes handeln. Außerdem kündigte er eine Unterschriftenaktion gegen die Schließung der Goiginger Kaserne an. Laut Ragger besteht „im Ministerium“ der Plan, aus der Kaserne ein Asylwerberheim zu machen, wofür es aber auf APA-Anfrage weder im Verteidigungs- noch im Innenministerium eine Bestätigung gab.


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