Bundesheer: Voves stärkt Klug den Rücken, Kritik an Bundesregierung

Graz (APA) - Der steirische Landeshauptmann Franz Voves (SPÖ) hat am Donnerstag die Einsparungen beim Bundesheer kritisiert, aber dabei nich...

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Graz (APA) - Der steirische Landeshauptmann Franz Voves (SPÖ) hat am Donnerstag die Einsparungen beim Bundesheer kritisiert, aber dabei nicht Verteidigungsminister und Parteikollegen Gerald Klug, sondern die Bundesregierung ins Visier genommen: Diese sei sich „scheinbar nicht bewusst, was dies im Ernstfall in Hinblick auf ein gesamteuropäisches Verteidigungs- und Sicherheitskonzept bedeutet“.

Klug sehe sich mit den gekürzten Ressortmitteln konfrontiert, durch die auf Zeit „die Wertschätzung Österreichs innerhalb der europäischen Staatengemeinschaft entscheidend leiden“ werde, meinte Voves. Er sei aber froh, dass im vorgestellten Konzept die Kaserne in Aigen im Ennstal gehalten werden konnte, denn die dort stationierten Hubschrauber seien für den bundesweiten Katastrophenschutz unverzichtbar. „Wir müssen jedoch zur Kenntnis nehmen, dass die Kaserne in Fehring sowie die Kirchner-Kaserne in Graz nun endgültig geschlossen werden. Der Verlust der Militärmusik ist sehr schmerzhaft, es wurde jedoch die Zusicherung gegeben, dass die nunmehr bundesweite Militärmusik wie bisher bei allen Veranstaltungen in unserem Bundesland zur Verfügung stehen wird“, erklärte Voves.

Für Christian Stürzer, Kompaniekommandant in der betroffenen Kirchner-Kaserne in Graz, war die Nachricht persönlich ein „herber Schlag“, da er seine Funktion erst kürzlich übernommen hatte. Er meinte, angesichts der vergangenen Einsparungen beim Bundesheer seien die Soldaten „eh schon auf alles vorbereitet“. Man fühle sich ausgeliefert und als „Spielball der Politik“. Ob die Einsparungen gut oder schlecht seien, wolle man jedoch nicht kommentieren.

Als schwierig empfindet Stürzer die zeitliche Unklarheit: „Wir wussten Bescheid, dass die Kaserne nicht erhalten bleiben wird, aber zeitlich ist es immer noch fraglich, wann sie aufgelöst wird.“ Allzu schnell kann es nicht sein, denn erst am 1. Oktober sind 67 Spitzensportler eingerückt, bis Ende November sind auch noch 44 Grundwehrdiener in der Kaserne eingerückt. Für das Kaderpersonal sei auch noch unklar, wo sie künftig stationiert sein werden. Antworten auf die Fragen erhoffe er sich von den laufenden Gesprächen am Donnerstag in Wien.

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Oberst Herbert Kraßnitzer aus der Kaserne Fehring dagegen gab sich gefasst, zumal man schon länger gewusst hatte, dass der Standort geschlossen wird. Die beiden Aufklärungskompanien werden auf eine gekürzt, und die kommt in die Kaserne Feldbach. Er konnte den konkreten Einsparungen Positives abringen: „Wir verlieren zwar an Quantität, aber ich glaube wir könnten an Qualität gewinnen.“ Für die Übersiedelung nach Feldbach sei jedoch noch Investment notwendig: Derzeit kursiert die Idee, Soldaten in Containern einzuquartieren. „Dabei handelt es sich um jene, in denen momentan rund 1.000 Schüler unterrichtet werden, während ihre Schule umgebaut wird. Da drinnen wird sogar maturiert. Das ist für Soldaten allemal zumutbar und sicher auch für die kommenden Jahre denkbar. Die Schulungsmöglichkeiten sind auch gegeben“, erklärte Kraßnitzer auf APA-Anfrage.


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