Bundesheer: Haslauer will Aus für Salzburg-Standorte nicht hinnehmen

Wien/Salzburg/Tamsweg (APA) - Für den Salzburger Landeshauptmann Wilfried Haslauer (ÖVP) ist bei den heute von Verteidigungsminister Gerald ...

  • Artikel
  • Diskussion

Wien/Salzburg/Tamsweg (APA) - Für den Salzburger Landeshauptmann Wilfried Haslauer (ÖVP) ist bei den heute von Verteidigungsminister Gerald Klug (SPÖ) präsentierten Sparplänen für das Bundesheer das letzte Wort noch nicht gesprochen. „Ich nehme das Papier als das zur Kenntnis, was es ist: eine Verhandlungsgrundlage, auf deren Basis mit dem Regierungspartner und mit den Ländern Verhandlungen aufgenommen werden.“

In einer ersten Reaktion wehrte sich Haslauer gegen das Aushungern des Heeres und forderte, die Salzburger Bundesheer-Standorte müssen erhalten bleiben. Das trifft besonders für die Struckerkaserne im strukturschwachen Lungau zu. Salzburg habe seinen Beitrag zu einer Verkleinerung des Heeres in den vergangenen Jahren bereits geleistet: So seien die Struber-, Riedenburg- und Rainerkaserne verkauft und zwei Munitionslager und der Truppenübungsplatz Aualm aufgelassen worden. „Der Militärstandort Salzburg ist mit allen diesen Maßnahmen geschwächt worden. Die Schließung einer weiteren Kaserne ist nicht akzeptabel“, so Haslauer, der darauf verwies, dass die Pachtverträge der Struckerkaserne vom Verteidigungsministerium erst kürzlich um weitere zehn Jahre verlängert worden seien.

Wenig Freude bereitet dem Landeshauptmann auch das geplante Aus für die Militärmusik Salzburg, die erst im Jahr 2011 um 3,2 Mio. Euro ein neues Musikgebäude bekommen hat. Die Kapelle sei im Bundesland fest verankert und einer der wichtigsten Werbeträger für das Bundesheer. „Der kulturelle Schaden und der Imageverlust stehen in keinem Zusammenhang mit dem Nutzen durch die Einsparungen“, sagte Haslauer.

Für den Bürgermeister von Tamsweg, Georg Gappmayer (ÖVP), würde die Schließung der Kaserne dramatische Folgen für die Gemeinde und die Region haben. „Es geht um 70 Arbeitsplätze und 70 Familien. Die Zulieferer kommen teilweise aus der Region, aber es geht auch um die Ausdünnung des ländlichen Gebiets und Sicherheitsfragen - militärisch und im Katastrophenfall.“

150 x Jahres-Vignette 2022 zu gewinnen

TT-ePaper gratis ausprobieren, der Gratiszeitraum endet nach 4 Wochen automatisch.

Er halte es auch für völlig unrealistisch, mit dem Verkauf der Kaserne die veranschlagten 5,3 Mio. Euro zu lukrieren. „Maximal spart sich das Heer die Betriebskosten in der Höhe von 200.000 Euro im Jahr. Das Areal liegt zum Teil in der roten Zone und kann nicht bebaut werden. Es ist keine Wohngegend. Auch Gewerbeflächen haben wir bereits, die Nachfrage ist sehr spärlich“, sagte Gappmayer. Er vertraue auf die Verhandlungen und will gemeinsam mit der Landesregierung alles daran setzen, die Kaserne zu erhalten. „Es gibt Signale vom Vizekanzler und der Innenministern, sich die Schließungspläne sehr genau ansehen zu wollen.“

Noch keine Stellungnahme zu den Plänen Klugs gab es zunächst vom Salzburger Militärkommandant Heinz Hufler. „In den vergangenen Jahren hat das Bundesheer rund drei Mrd. Euro weniger Budget bekommen, die Schließungen sind darum eine logische Maßnahme. Es ist unangenehm, aber wir müssen die politische Entscheidung mittragen“, sagte jedoch der Salzburger Bundesheersprecher Gerald Gundl. Nun gelte es, unter den neuen Voraussetzungen „die einsatzwahrscheinlichen Aufgaben“ bestmöglich lösen zu können. Zu den Nachverhandlungen wollte sich Gundl nicht äußern. „Das ist eine Frage, mit der sich die politische Ebene beschäftigen soll.“

In Salzburg sollen nach den Plänen Klugs die Struckerkaserne in Tamsweg, das Fliegerabwehrbataillon 3 in der Schwarzenberg-Kaserne und die Militärmusik aufgelöst werden. Dafür sollen das Gebirgskampfzentrum in Saalfelden aufgewertet und zwei weitere Miliz-Jägerkompanien in Salzburg aufgestellt werden.


Kommentieren