Boltz-Langfrist-Sorgen wegen Ukraine-Krise - Derzeit kein Gas-Problem

Wien (APA) - Vorstandsdirektor Walter Boltz vom heimischen Energieregulator sieht wegen der Ukraine/Russland-Krise kein aktuelles Erdgas-Ver...

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Wien (APA) - Vorstandsdirektor Walter Boltz vom heimischen Energieregulator sieht wegen der Ukraine/Russland-Krise kein aktuelles Erdgas-Versorgungsproblem, fragt sich aber wie der Konflikt langfristig gelöst werden kann. „Es gibt genug Gas in Europa, und die Speicher sind voll - auf der politischen Ebene bin ich aber nicht wahnsinnig optimistisch“, meinte er am Freitag.

Er sei „nicht wahnsinnig optimistisch, ob ein Ausweg aus der Sackgasse zwischen Russland und der Ukraine gelingt“, sagte Boltz bei einem Pressegespräch zum neuen Energie-Marktbericht der E-Control. Auch das kürzlich unter EU-Schirmherrschaft zwischen Kiew und Moskau ausgehandelte „Winterpaket“ zur Sicherung der Gasversorgung bis ins Frühjahr 2015 sei wie alle Vereinbarungen letztlich „nur ein Stück Papier“, und es sei fraglich, ob dadurch das Problem gelöst werde. „Da müssen wir dran bleiben, eher aus Ukraine-Sicht als aus europäischer“, so der E-Control-Vorstand.

Denn Europa habe aktuell Gas, auch an den Spotmärkten, und die Witterung sei relativ warm. „Eigentlich Sorge bereitet mir die dahinterliegende politische Krise“, sagte Boltz: „Eine Eskalation wäre schlimm. Die Ukraine ist nahe. Da haben wir dann womöglich eine Million Flüchtlinge.“ Das Thema sei also, ob die Situation so bleibe oder sich die Krise in den nächsten Monaten lösen lasse.

An der Errichtung der South-Stream-Gaspipeline durch Südosteuropa bis zum Gasknoten Baumgarten (NÖ) sei die russische Gazprom weiter interessiert, sagt Boltz - auch wenn dieses Vorhaben derzeit aus verschiedenen Gründen stockt. Denn Ziel Moskaus sei es ja, bis zum Jahr 2027 alle Gaslieferverträge ohne Transit durch die Ukraine erfüllen zu können. Russland brauche Europa als seinen wichtigsten Gasmarkt, zugleich wisse Moskau aber auch, dass Europa momentan niemand anderer billiger mit Erdgas versorgen könne.

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