An die 80.000 bei Einkaufsnacht, Gemeinde-Autonomie soll her

Die Besucher stürmten die Innsbrucker Shopping-Nacht. Wirtschaft will weg von Einzelverordnungen durch das Land.

  • Artikel
  • Diskussion

Von Manfred Mitterwachauer

Innsbruck –Die Kassa klingelt bei Karl Gostner am Freitag auch um 22.40 Uhr noch kräftig. Wie angekündigt, hat der Innsbrucker Unternehmer und TVB-Obmann sich am Freitag im Rahmen der langen Einkaufsnacht der vom Land verordneten Sperrstunde um 22 Uhr widersetzt. Und laut Eigenauskunft „nur positive Reaktionen“ geerntet. Ebenso war dies in allen Geschäften von Josef Einwaller der Fall. Und auch weitere Unternehmer nahmen es am Freitag mit dem Zusperren nicht so streng. Neben einem Damen-Modegeschäft am Eingang zu den Rathaus-Galerien in der Maria-Theresien-Straße zählte auch Paul Fink innerhalb der Galerien dazu. Auch er hatte sein Geschäft um 22.25 Uhr noch offen. Schließlich könne man die Kunden nicht so einfach vor die Türe setzen, wurde argumentiert. Der Streit um die um eine Stunde verkürzte Einkaufsnacht sei durchaus Thema unter den Kunden gewesen, sagt Fink: „Viele verstehen das nicht.“ Dabei wäre die eine Stunde wichtig, so der Tenor.

Bernhard Vettorazzi vom Stadtmarketing schätzt nach einem Unternehmer-Rundruf, dass am Freitag rund 80.000 Personen das Flair der Shopping-Nacht genossen hätten. Einheimische wie Deutsche und Italiener. Mehr noch. Bereits den ganzen Tag über hätten die Gäste die Stadt bevölkert.

WK-Boss Jürgen Bodenseer hatte sich gestern selbst im Getümmel ein Bild gemacht. Und er hat eine klare Botschaft an Land, Arbeiterkammer und Gewerkschaft: „Das war das letzte Mal bis 22 Uhr.“ Künftig müsse jede Gemeinde ein- bis zweimal im Jahr selbst über die Abhaltung einer Einkaufsnacht bestimmen dürfen. Allfällige rechtliche Probleme, die es hier laut Bodenseer noch geben soll, gehörten umschifft. Und auch die WK-Bezirksstellenobfrau Regina Stanger ist sich sicher: „Es braucht eine landesweite Regelung. Und für Innsbruck eine bis 23 Uhr.“ Der Obmann der Innenstadtkaufleute, Thomas Hudovernik, bringt es für sich auf den Punkt: „Das heute war eine Abstimmung der Füße und der Straße.“

150 x Jahres-Vignette 2022 zu gewinnen

TT-ePaper gratis ausprobieren, der Gratiszeitraum endet nach 4 Wochen automatisch.


Kommentieren


Schlagworte