Frauen und Männer denken unterschiedlich über Hunde und Wölfe

Wien/Ernstbrunn (APA) - Frauen und Männer denken unterschiedlich über Hunde und Wölfe. Das zeigt eine Umfrage im Rahmen eines „Sparkling Sci...

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Wien/Ernstbrunn (APA) - Frauen und Männer denken unterschiedlich über Hunde und Wölfe. Das zeigt eine Umfrage im Rahmen eines „Sparkling Science“-Projekts des Wolf Science Center (WSC) Ernstbrunn. „Ich fand es überraschend, wie stark die Geschlechterklischees bestätigt wurden und Frauen bei Hunden und noch stärker bei Wölfen auf der besorgt-fürsorglichen Seite sind“, sagte Verhaltensforscher Kurt Kotrschal zur APA.

In der nach Angaben der Verantwortlichen umfangreichsten je in Österreich durchgeführten Untersuchung zu den Einstellungen der Österreicher zu Wölfen und Hunden wurden rund 2.800 Personen befragt. Die Untersuchung, deren erste Ergebnisse Samstagnachmittag in Ernstbrunn (NÖ) präsentiert wurden, haben Schüler aus der AHS Pichelmayergasse in Wien-Favoriten und des Oberstufenrealgymnasiums Mistelbach (NÖ) gemeinsam mit WSC-Forschern durchgeführt.

Weil mit freiwilligen Interviewpartnern gearbeitet wurde, geht Kotrschal davon aus, dass Wolfsgegner unter den Befragten unterrepräsentiert waren. Die überwiegende Mehrzahl sei wohl Wölfen und ihrer Rückkehr gegenüber positiv eingestellt.

Rund 30 Fragen jeweils zu Hund und Wolf wurden gestellt, wobei sich folgende Hauptmotive herauskristallisierten: Bei der Einstellung zum Hund zeigte sich, dass die aktive Fürsorge für die Vierbeiner ein angenehmes Gefühl gibt, deshalb ist man wohl auch gerne für den Hund da. Zudem werden sie sowohl als Helfer als auch als empathischer Partner gesehen. Bei den Wölfen ist das aktive Engagement für den Schutz der Tiere das Hauptmotiv, gefolgt von einer spirituellen Beziehung zum Wolf. Zudem werden sie als ökologischer Faktor gesehen und ihre Rückkehr befürwortet.

Die Einstellung zum Hund dreht sich also primär um Beziehung, während beim Wolf das Bedürfnis zu schützen im Vordergrund steht, fassen die Junior-Wissenschafter die Ergebnisse zusammen. Dabei werden die beiden Hauptmotive Beziehung zum Hund und Schutz der Wölfe deutlich öfter von Frauen als von Männern genannt. Eine Lehre für Kotrschal daraus ist, dass man bei der Aufklärungsarbeit „gut beraten ist, wenn man geschlechterdimorph vorgeht“.

Unterschiede gibt es auch zwischen Jung und Alt: Auch wenn jüngere Befragte (18 bis 20 Jahre) Wölfen gegenüber positiv eingestellt waren, würden sie nicht bedenkenlos in einem Wald spazieren gehen, wenn dort Wölfe vorkommen. Das Gros der älteren Befragten (über 60 Jahre) sehen dagegen einen solchen Spaziergang deutlich entspannter.

Zwei Drittel der Befragten finden weiters, dass Zeitungsberichte ein falsches Bild von Wölfen vermitteln. Der Konflikt zwischen Nutztierbesitzern und Wölfen ist aber ungebrochen im Bewusstsein der Befragten verankert: Vier von fünf Teilnehmer stimmten zu, dass Besitzer von Nutztieren im Wolf eine wirtschaftliche Gefahr sehen.


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