Slowenische Lokalwahlen begonnen

Ljubljana (APA) - In Slowenien haben am Sonntagfrüh die landesweiten Lokalwahlen begonnen. Wenige Wochen nach dem Antritt der neuen slowenis...

  • Artikel
  • Diskussion

Ljubljana (APA) - In Slowenien haben am Sonntagfrüh die landesweiten Lokalwahlen begonnen. Wenige Wochen nach dem Antritt der neuen slowenischen Regierung gilt die Wahl auch als Test für den Rückhalt der neugegründeten Regierungspartei SMC (Partei von Miro Cerar) auf lokaler Ebene. Mit dem größten Erfolg können ähnlich wie vor vier Jahren aber parteiunabhängige Kandidaten und Listen rechnen.

In allen 12 Gemeinden, darunter elf Städten, werden neue Räte und Bürgermeister gewählt. Die letzten Meinungsumfragen vor dem Urnengang sahen in den größeren Städten die amtierenden Bürgermeister in der Favoritenrolle. Allerdings werden in rund der Hälfte der Städte spannende Wahlduelle mit Entscheidungen erst in der zweiten Runde erwartet.

In der Hauptstadt Ljubljana scheint die Wahl bereits entschieden. Der amtierende Bürgermeister Zoran Jankovic steht laut Umfragen vor einem neuerlichen Erdrutschsieg. Dem langjährigen Stadtchef, der die Hauptstadt seit 2006 fast ununterbrochen regiert, scheinen nicht einmal Korruptionsvorwürfe die Bestätigung im Amt vereiteln zu können. Im Wahlkampf mangelte es auch an starken Herausforderern. Allerdings wird Jankovic in seiner dritten Amtszeit zu Kompromissen und Koalitionen gezwungen sein, denn seine Liste dürfte im Stadtrat die bisherige Mehrheit verlieren.

Auch in Celje und der Hafenstadt Koper dürften die langjähriger Bürgermeister schon in der ersten Runde siegen. In Maribor deutet dagegen alles auf einen spannender Wahlabend hin. In der zweitgrößten slowenischen Stadt wird wohl eine Stichwahl nötig sein. Während der aktuelle Bürgermeister Andrej Fistravec den Einzug in die zweite Runde bereits in der Tasche haben dürfte, kündigt sich für den zweiten Platz ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen dem gestürzten Ex-Bürgermeister Franc Kangler und dem Kandidaten der Regierungspartei SMC, Anton Kranjc, an.

Für die Partei von Politneuling Miro Cerar, der seit wenigen Wochen an der Spitze der slowenischen Regierung steht, ist die Kommunalwahl ein wichtiger Test. Nachdem die Partei von Miro Cerar (SMC) die Parlamentswahl im Juli mit deutlichem Vorsprung gegenüber den etablierten Parteien gewonnen hat, soll die Kommunalwahl nun zeigen, ob sie auch auf lokaler Ebene so stark Wähler ansprechen kann.

Außerdem wird die Wahl auch zu einer Kraftprobe zwischen der neuen Mitte-Links-Regierung und dem konservativen Teil der Opposition werden. Die Rechtsparteien schneiden in den Gemeinden tendenziell besser ab als bei Parlamentswahlen. Mit dem größten Erfolg können allerdings parteiunabhängigen Bürgermeisterkandidaten und Listen rechnen, die schon bei der letzten Kommunalwahl im Jahr 2010 am erfolgreichsten waren.

Die Wahllokale sind von 07.00 bis 19.00 Uhr geöffnet, unmittelbar nach Wahlschluss wollen die Fernsehsender erste Trends für die größeren Städte veröffentlichen. Vorläufige Ergebnisse soll es am späteren Abend geben. In jenen Gemeinden, in denen kein Bürgermeisterkandidat auf Anhieb die absolute Mehrheit erreicht, findet voraussichtlich zwei Wochen später eine Stichwahl zwischen den beiden stärksten Bewerbern statt.


Kommentieren