Vom Alpenhotel bis zum neuen Fließer Altenheim

HTL-Schüler haben knisternde Ideen – in Fließ präsentierten sie neue Bauprojekte, wie zum Beispiel eine Jugendherberge auf 2017 Metern.

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Von Matthias Reichle

Fließ –Die Gogles Alm ist nicht nur aufgrund der Käsespezialitäten ein beliebtes Ausflugsziel. Auf 2017 Metern öffnet sich den Wanderern eine fantastische Fernsicht über den Naturpark Kaunergrat. Sandro Jäger würde gerne mit diesem Bergpanorama im Blick aufwachen. Der Absolvent der HTL Imst hat sich in seiner Diplomarbeit einem besonderen Projekt gewidmet: einer hochalpinen Jugendherberge, die in Holzriegelbauweise über dem Kuhstall errichtet werden könnte. „46 Betten hätten dort Platz“, erklärt er. Die Ostseite des Baus wäre komplett verglast und durch große Fenster hätten die Gäste die Möglichkeit, das Treiben im Stall zu beobachten. Das Projekt gehe auf ein Gespräch mit Bürgermeister Hans-Peter Bock zurück, betont der junge Fließer, der die Schule inzwischen erfolgreich abgeschlossen hat. Die Alm liegt am E5, dem bekannten europäischen Weitwanderweg, der Tirol von Nord nach Süd durchquert. Ein „Alpenhotel“ hätte also durchaus Potenzial.

Jedes Jahr widmen sich die Imster HTL-Schüler konkreten Projekten – und wie Sandro Jägers Idee zur Gogles Alm, haben die meisten einen regionalen Bezug. Im Rahmen der Langen Nacht der Museen lud der Archäologische Museumsverein die Schule ein, eine Auswahl dieser Arbeiten zu präsentieren.

Dazu gehörte auch die Idee eines eigenen Fließer Altersheims. „Das Raumprogramm für so ein Projekt baulich umzusetzen, ist eine große Herausforderung“, betont Lehrer Werner Mungenast. Dazu ist vor allem Fachwissen über die ganzen Abläufe von der Küche bis zum medizinischen Bereich nötig. Josef Bader, Thomas Juen und Florian Sonnweber haben sich trotzdem an das Projekt herangetraut und einen Bau für 50 Bewohner konzipiert.

Mit Tiefgarage und zwei über eine Brücke miteinander verbundenen Baukörpern würde eine derartige Einrichtung rund 7,8 Mio. Euro kosten, rechneten die Schüler in ihrem Abschlussprojekt der Gemeindeführung vor.

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Aber auch andere Projekte ließen die Besucher staunen: zum Beispiel der Ausbau des Sophie-Scholl-Hauses in Landeck mit 30 Schlafgelegenheiten, einer Bootsanlegestelle, einem Bogenschießplatz und einer Tribüne (Lukas Krismer, Wilhelm Pfeifer, Karl Schuchter). Oder die Sanierung der Clemens-Holzmeister-Schule von Niko Cosic, Katharina Köfler und Romina Raich. Mit dem Um- und Zubau des Haiminger Dorfzentrums befassten sich Matthias Röck, Anna Schmid und Anna Schreter. Leo Schranz und Mathias Pastner hatten die Erhaltung von alten Bauernhäusern im Paznaun im Blick, Michael Ritzer den Umbau eines über 200 Jahre alten Hofs in der Wildschönau. Über ein „bäuerliches Projekt“ zerbrachen sich auch Luca Gehrmann, Sven Jörg und Peter Trixl den Kopf, während sich Barbara Ruech und Patricia Gaim mit gutem Design im Hotelbad auseinandersetzten.

Die Arbeiten der Schüler passen wunderbar zur Ausstellung „Haeuser“, die heuer in Fließ zu sehen war, freute sich Pepi Walch vom Museumsverein über einzelne Projekte. Auch Museumsbetreuerin Resi Mark war begeistert über das Engagement der Jungen.

Die Umsetzung der beiden Fließer Projekte liege zwar noch in weiter Ferne, betonte Bürgermeister Hans-Peter Bock. Es gebe aber Überlegungen in diese Richtung.


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