Mittelmaß ist für den FC Wacker bittere Realität

Nach der 1:4-Pleite beim FC Lieferung ist der FC Wacker vom Aufstieg weiter entfernt als von einem Abstiegsplatz.

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Von Wolfgang Müller

Innsbruck – Die klare 1:4-Pleite bei den Jungbullen war schon schlimm genug, viel mehr schmerzt freilich die in der Red-Bull-Arena gewonnene Erkenntnis, dass der FC Wacker in der Zweitklassigkeit über das Mittelmaß nicht hinauskommt. Neun Punkte Rückstand auf das Spitzenduo der Sky Go Ersten Liga, sieben Punkte Vorsprung auf einen Abstiegsplatz – irgendwo im Nirgendwo, das bitte kann und darf doch nicht der Anspruch sein!

Die Vorstellung gegen Liefering lag den Schwarzgrünen jedenfalls ganz schwer im Magen. „Extrem enttäuschend, keine richtige Gegenwehr“, schüttelte auch Präsident Josef Gunsch mit seinen Vorstandskollegen nach dem Schlusspfiff den Kopf. Trainer Michael Streiter konnte und wollte es einfach nicht fassen, dass alles das, was gerade auf dieses Spiel trainiert wurde, in keinster Weise umgesetzt wurde. „Kompromisslos am Mann stehen“, lautete die Vorgabe, doch die spielstarken Lieferinger konnten nach Belieben schalten und walten. Und wenn man sie lässt, dann können sie das auch. Hätte der Talenteschuppen des Dosenkonzerns nach dem 4:1 nicht abgestellt, dann wäre es wohl noch viel schlimmer gekommen.

Hinten konfus und kopflos, in der Mitte einfach nur lasch und vorne stumpf wie nur was. Klar, dass sich die Jungbullen austobten. Denn das dürfen sie nach ihrem furiosen Start in dieser Liga ohnehin nicht mehr oft. Man kennt die technischen und körperlichen Stärken und stellt sich darauf ein. Irgendetwas müssen die Tiroler Kicker in der Spielbesprechung aber so was von falsch verstanden haben, denn Pires, Roguljic, Prevljak, Honsak und Co. hatten Freiräume, mit denen sie nicht rechneten, die dann aber umso lieber nützten.

„Typisch für unser Spiel war der zweite Gegentreffer. Es fehlte einfach an der nötigen Konsequenz und der Bereitschaft, ohne Rücksicht auf Verluste in die Zweikämpfe zu gehen. Es kann nicht unser Anspruch sein, dass wir gegen Liefering chancenlos sind. Jetzt sind wir wieder da, wo wir nicht mehr hinwollten, und müssen uns wieder langsam an das Spitzenduo heranarbeiten“, analysiert Kapitän Alexander Hauser, der mit Adduktorenproblemen vorzeitig vom Feld musste.

Tormann Pascal Grünwald hatte gute Sicht auf das, was sich vor ihm alles so abspielte. „Wir waren kollektiv weit unter unserem Level, nicht annähernd gut genug, um eine starke Mannschaft fordern zu können, und stehen nun im Niemandsland der Tabelle. Das tut richtig weh, weil wir uns ja schon einmal aus so einem Tief herausholten. Jetzt braucht es, beginnend mit dem Auswärtsspiel beim FAC, wieder eine Serie, um sich wieder nach oben heranzutasten.“

Wenn Selbstkritik der erste Schritt aus einer Krise ist, dann ist der FC Wacker auf dem besten Weg. Ist auch bitter nötig, denn nach der jüngsten Negativserie – vier Spiele, nur zwei Punkte, Torverhältnis 3:9 (!) – ist der Zug zurück in die Erstklassigkeit von Tirol weit entfernt.


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