Deutsche Experten gegen raschen Entschluss bei Raketenabwehrsystem

Berlin (APA/dpa) - Externe Experten warnen das deutsche Verteidigungsministerium vor einer schnellen Entscheidung für das Luftverteidigungss...

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Berlin (APA/dpa) - Externe Experten warnen das deutsche Verteidigungsministerium vor einer schnellen Entscheidung für das Luftverteidigungssystem Meads als Nachfolgelösung für die altgedienten „Patriot“-Flugabwehrraketen. Es seien „zu viele Fragen ungeklärt“, schreiben sie im Resümee einer Studie zu Rüstungsprojekten, das der „Süddeutschen Zeitung“ (Montag) vorliegt.

„Weder die bislang getätigten Investitionen in Meads noch der Zeitdruck in der Realisierungsplanung der Meads-basierten Lösungsvorschläge sollten als alleiniger Maßstab für eine Entscheidung zum künftigen System liegen“, zitierte das Blatt. Das Gutachten erhält Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) am Montag. Die Ministerin hatte die Experten der Unternehmensberatung KPMG, der Ingenieurgesellschaft P3 und der Kanzlei Taylor Wessing mit der Überprüfung beauftragt, weil sie mit der internen Kontrolle der Projekte unzufrieden war.

Das landgestützte und mobile Raketenabwehrsystem Meads wurde von den USA, Deutschland und Italien entwickelt. Es soll vor Flugzeugen und taktischen ballistischen Raketen mit einer Reichweite von 1.000 Kilometern schützen. Im Jahr 2011 entschieden sich die Länder aus Kostengründen gegen eine Beschaffung. Die Entwicklung kostete mehr als 4 Milliarden Euro, Deutschland war daran zu 25 Prozent beteiligt. Was aus den Entwicklungsergebnissen wird, ist noch unklar.


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