Erinnerung an Aufstand des „Sonderkommandos“ von Auschwitz

Oswiecim/Berlin (APA/dpa) - Im ehemaligen NS-Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau ist am Dienstag mit dem jüdischen Totengebet des Aufstande...

Oswiecim/Berlin (APA/dpa) - Im ehemaligen NS-Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau ist am Dienstag mit dem jüdischen Totengebet des Aufstandes der Häftlinge des sogenannten Sonderkommandos vor 70 Jahren gedacht worden. Zu den Aufgaben des Sonderkommandos gehörte es, die Leichen der in den Gaskammern ermordeten Häftlinge zu verbrennen.

SS-Wachmannschaften hatten im Herbst 1944 begonnen, angesichts der geringeren Zahl nach Auschwitz deportierter Juden auch Mitglieder des Sonderkommandos zu ermorden. Die Häftlinge griffen deshalb am 7. Oktober zur Gegenwehr. Es gelang ihnen, ein Krematorium zu zerstören und drei SS-Wachleute zu töten. Während des ungleichen Kampfes starben etwa 400 der rund 650 Häftlinge des Sonderkommandos.

Piotr Cywinski, der Direktor der Gedenkstätte Auschwitz, erinnerte daran, dass Häftlinge des Sonderkommandos ihr Leben riskierten, um Beweise für den nationalsozialistischen Massenmord für die Nachwelt zu sichern und zu verstecken. „Die Geschichte des Sonderkommandos gehört zu den dunkelsten von Auschwitz“, sagte er. „Die Täter machten ihre Opfer zu Werkzeugen der Vernichtung.“

Das Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau war das größte deutsche Vernichtungslager während der Nazi-Herrschaft. Rund 1,3 Millionen Menschen, davon etwa eine Million Juden, wurden dort ermordet.


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