SPÖ will Urnen-Bestattung liberalisieren

Im Landtag stimmten ÖVP und Grüne dagegen, Urnen auch außerhalb des Friedhofs bestatten oder die Asche der Toten verstreuen zu dürfen.

Von Anita Heubacher

Innsbruck –Auch wenn es der letzte Wille eines Verstorbenen war, am Berg oder am See bestattet zu werden, bleibt dieser Wunsch in Tirol oft unerfüllt. Auch die Asche des Verstorbenen irgendwo zu verstreuen, ist verboten und legal nicht so leicht umzusetzen.

Grundsätzlich ist nämlich per Gesetz eine Beisetzung am Friedhof vorgesehen. „In besonders begründeten Fällen“ ist eine Ausnahme möglich. Und zwar nicht nur für die Asche, sondern auch für die Körperbestattung. Die Erlaubnis erteilt die jeweilige Bezirkshauptmannschaft um 140 Euro. Urne oder Sarg können allerdings nur mit dem Einverständnis des Grundeigentümers beigesetzt werden. Wohnräume scheiden für beides aus.

Aus hygienischer Sicht gibt es keinen Grund, die Verwendung der Asche gesetzlich einzuschränken.“
Ingo Mayr, SPÖ-Parteiobmann

In der Praxis macht sich das so aus: Einen Sarg im eigenen Garten zu vergraben, wird selten angefragt und noch seltener genehmigt. Boden- und Grundwassergutachten wären dafür nötig, das schreckt Interessenten zumeist ab. Bei Urnenbeisetzungen auf eigenem Grund sei die Verwaltungsbehörde großzügiger. Die Asche zu verstreuen, werde derzeit kaum genehmigt, erklärt SP-Chef Ingo Mayr. Die SPÖ setzt sich für eine Liberalisierung bei der Bestattung ein. Immer mehr Menschen würden sich abseits der kirchlichen Rituale und Lokalitäten für eine Beisetzung außerhalb des Friedhofes interessieren oder ihre Asche gerne verstreut wissen. „Aus hygienischer Sicht gibt es keinen Grund, die Verwendung der Asche gesetzlich einzuschränken“, sagt Mayr.

Keinen Grund, das Gesetz zu ändern, sieht Gesundheitslandesrat Bernhard Tilg (ÖVP). Er ist deshalb zuständig, weil es kein eigenes Bestattungsgesetz gibt. In Tirol ist die Beerdigung im Gemeindesanitätsgesetz geregelt. Bei einer Liberalisierung der Bestattung könne nicht mehr geprüft werden, ob die Urne auf fremden Grund oder auf Allgemeingut bestattet worden sei, argumentiert Tilg in seinem Bericht. Darüber hinaus stehe es den Gemeinden frei, Friedhöfe in Wäldern oder anderen Landschaftsflächen zu errichten, meint der Gesundheitslandesrat.

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Die Haltung der ÖVP ist, dass private Urnenbestattungen mit den derzeitigen rechtlichten Rahmenbedingungen ausreichend, wenn auch nur auf eigenem Grund, möglich sei. Der Forderung der SPÖ viel abgewinnen konnten Vorwärts, die FPÖ und die Liste Fritz. Letztlich wurde der Antrag mit den Stimmen der Grünen und der ÖVP abgelehnt. Es ist also weiterhin verboten, Asche zu verstreuen oder Urnen zu vergraben, ohne eine Genehmigung der BH einzuholen.


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