Vor 25 Jahren bebte San Francisco 2 - Arbeit an Frühwarnsystem

San Francisco (Kalifornien) (APA/dpa) - Erdbeben sind noch nicht vorhersagbar, aber die Forscher arbeiten an einem besseren Frühwarnsystem. ...

San Francisco (Kalifornien) (APA/dpa) - Erdbeben sind noch nicht vorhersagbar, aber die Forscher arbeiten an einem besseren Frühwarnsystem. Ziel ist es, im Falle eines schweren Bebens sekundenschnell die Bevölkerung zu alarmieren. Ein Prototyp wird in Kalifornien getestet.

Der U-Bahnverbund BART in San Francisco ist daran beteiligt. Ein größerer Erdstoß könnte Sensoren aktivieren, die dann automatisch fahrende Züge zum Halten bringen. 2013 verabschiedete der Staat ein Gesetz, das die Entwicklung eines Frühwarnsystems vorschreibt. Doch für eine schnelle Umsetzung fehlt in Kalifornien das Geld.

Milliardensummen hat der Westküstenstaat in den vergangenen 25 Jahren in die Verstärkung von Brücken, Dämmen, Wasser- und Gasleitungen investiert. Allein der Neubau der östlichen Bay-Bridge-Hälfte verschlang mehr als sechs Milliarden Dollar. Die alte Struktur war nicht bebensicher, doch der Bau schleppte sich hin. Erst vor einem Jahr wurde die neue Brücke eingeweiht.

Einen teuren „Weckruf“ erlebte die Region im vorigen Monat, als in dem Weinbaugebiet Napa Valley in der Nacht die Erde bebte. Mit einer Stärke von 6,0 war es das schwerste Beben in der Bay Area seit 1989. Der Schaden: mehr als 300 Millionen Dollar.

TT-ePaper gratis testen und 2 VIP-Tickets für das Electric Love Festival gewinnen

Electric Love Festival

Am 16. Oktober, einen Tag vor dem 25. Loma-Prieta-Jahrestag, wollen die Behörden mit einer Beben-Übung Kalifornien aufrütteln. Beim „California ShakeOut“ sollen Millionen Menschen mitmachen. In Schulen, Büros und Geschäften wird der Ernstfall geprobt, Gebäude evakuiert, Leute informiert.

James Betts ist als Ehrengast zu einer Gedenkfeier für die Bebenopfer eingeladen. Er sei kein Held, wehrt der Chirurg ab. „Ich war nur einer von Tausenden, die damals so gut sie konnten halfen.“ Er zweifelt daran, dass die Bevölkerung wirklich für „The Big One“ (Das große Beben) gerüstet ist. „Jeder sollte ausreichend Wasser und Verpflegung für zwei Wochen haben“, meint der Arzt. Loma Prieta sei nur ein leichtes Zittern gewesen. Vor allem im Vergleich zu 1906. Das damalige Beben der Stärke 7,8 und das nachfolgende Feuer töteten etwa 3.000 Menschen. Rund 28.000 Häuser wurden zerstört, die Hälfte der Bevölkerung war plötzlich obdachlos.


Kommentieren