Konservative Kardinäle sind wütend

Die Familiensynode wird zum Machtkampf zwischen den Reformern und konservativen Bischöfen im Umgang mit Homosexuellen und Geschiedenen.

Rom –Zwischen den Bischöfen gärt es. Welche Rolle soll die katholische Kirche im Umgang mit Schwulen und Lesben künftig einnehmen? Diese und ähnliche Fragen sorgen zwischen Reformern und einem konservativen Flügel für Uneinigkeit. Dies geht aus dem zwölfseitigen Zwischenbericht zur Familiensynode hervor.

Man dürfe mit dem Dokument nicht den Eindruck einer zu großen Offenheit gegenüber Schwulen wecken, meinten die konservativen Synodenmitglieder nach Angaben der italienischen Tageszeitung Corriere della Sera. Der südafrikanische Kardinal Wilfrid Napier warnte vor „unrealistischen Erwartungen“ in Zusammenhang mit der Homosexuellen-Thematik.

„Streit in der Synode zwischen den Kardinälen“, so titelte die römische Tageszeitung La Repubblica. „Hinter den Kulissen sind die konservativen Kardinäle wütend“, schreibt das Blatt in ihrem Bericht zur Familiensynode.

Der ehemalige Vorsitzende der italienischen Bischofskonferenz, Kardinal Camillo Ruini, warnte zudem vor zu großer Offenheit gegenüber Geschiedenen. Diese könnten sich zwar am Leben der Kirche beteiligen, sie müssten jedoch auf die Kommunion verzichten, zitierte La Repubblica Aussagen von Kardinal Ruini.

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Der Zwischenbericht ist Grundlage der Synodendiskussion in dieser Woche. Dazu debattieren die rund 190 Kardinäle und Bischöfe sowie die nicht stimmberechtigten Laien in zehn Gruppen. Ende der Woche soll dann das Schlussdokument veröffentlicht werden. (APA, TT)


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