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Hypo will bis zu 25 Mio. Euro Gewinn an Land ausschütten

Hypo-Aufsichtsratschef Stauder informierte den Landtag über die aktuelle Situation bei der Landesbank. Drei Vorstände werden ausgeschrieben.

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Von Peter Nindler

Innsbruck –Nachdem Anfang Oktober bekannt wurde, dass sich Hypo-Vorstandschef Markus Jochum seit Monaten im Krankenstand befindet und der Dreiervorstand noch im Herbst neu ausgeschrieben wird, fühlten sich die Abgeordneten des Landtags zu wenig über die Vorgänge in der Landesbank informiert. Bei der gestrigen Sitzung des Finanzkontrollausschusses skizzierten deshalb Aufsichtsratschef Wilfried Stauder und die beiden Vorstände Hans Peter Hörtnagl und Johann Kollreider die aktuelle Situation in der Hypo.

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FPÖ und Liste Fritz forderten im Vorfeld der Ausschreibung eine Verkleinerung des Vorstands. Fritz-Klubchefin Andrea Haselwanter-Schneider beharrte gestern darauf, doch Stauder erteilte eine klare Absage: Die Hypo benötige drei Vorstände, das ergebe sich schon aus der Bilanzsumme. Er verwies auch auf Institute vergleichbarer Größe. Ob Jochum bis zum Auslaufen seines Vertrags im Juli 2015 noch einmal in die Bank zurückkehren werde, weiß Stauder nicht. An eine vorzeitige Vertragsauflösung sei nicht gedacht. Auch nicht von Jochum.

Insgesamt liege die Hypo gut in dem von der EU genehmigten Sanierungsplan, die Risken in Italien und bei den Wertpapieren seien deutlich reduziert worden, ergänzte der Aufsichtsratsvorsitzende. 2011 musste die Bank rund 125 Mio. Euro im Italien-Geschäft wertberichtigen, mit 220 Mio. Euro vom Landesenergieversorger Tiwag konnte die Kernkapitalquote verbessert werden. Für heuer rechnet Stauder aufgrund des laufenden Geschäfts damit, dass das Land 2015 eine Dividende von 20 bis 25 Mio. Euro zu erwarten hat. Ausschlaggebend dafür ist auch die geringere Bilanzsumme. Diese wurde von 13 Milliarden auf nunmehr acht Milliarden Euro abgespeckt.

Wie Stauder den Mitgliedern des Finanzkontrollausschusses erneut mitgeteilt hat, konzentriert sich die Hypo verstärkt auf ihren Kernmarkt Tirol. Die 20 Filialen bleiben bestehen, an Schließungen ist derzeit nicht gedacht. Bis Ende 2015 soll jedoch die Mitarbeiterzahl von 560 auf 520 verkleinert werden. Mit dem Betriebsrat wurden bekanntlich ein Maßnahmenpaket und eine Arbeitsstiftung vereinbart. Natürliche Abgänge und Korridorpensionen bilden den Großteil der Personalreduzierung.

Letztlich, so Stauder, gebe es auch keine Kreditklemme. Das Volumen an neuen Krediten betrage rund 450 Millionen Euro. Detail am Rande: Die von der Bundesregierung beschlossene Bankenabgabe kostet die Hypo heuer acht Millionen Euro.


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