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Oberhauser: „Mit aller Macht gegen die Süchte“

Gesundheitsministerin Sabine Oberhauser (SPÖ) lehnt eine Freigabe von Cannabis ab und will Österreichs Lokale bis 2017 rauchfrei machen. Ärzte sollten mehr Zeit für ihre Patienten aufbringen können.

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Gesundheitsministerin Sabine Oberhauser.
© APA/HERBERT PFARRHOFER

Wien – „Man muss nicht alles probiert haben, um mitreden zu können“, sagte Gesundheitsministerin Sabine Oberhauser (SPÖ) gestern in der ORF-„Pressestunde“ auf die Frage, ob sie selbst schon einmal Haschisch geraucht habe. Eine Freigabe von Haschisch, wie sie die NEOS und ihr Parteichef Matthias Strolz gefordert hatten, lehne sie als „Gesundheitsministerin und Mutter von zwei Töchtern“ ab, betonte die Ministerin im Gespräch mit Claudia Dannhauser (ORF) und Wolfgang Sablatnig (Tiroler Tageszeitung). Oberhauser: „Wir kämpfen mit aller Macht gegen sämtliche Süchte, die es gibt. Und dann noch etwas zu legalisieren, entspricht nicht meiner Vorstellung.“ Der Cannabis-Konsum sei auch nicht ungefährlich, etwa bei Menschen mit Neigung zu Psychosen oder Schizophrenie. Richtig sei der österreichische Weg von Therapie statt Strafe.

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Auf Oberhausers Agenda steht folgerichtig auch der Kampf gegen das Rauchen in der Gastronomie. Ihr Ziel sei, in dieser Legislaturperiode – also bis 2018 – ein komplettes Rauchverbot umgesetzt zu haben. Die Verhandlungen dafür sollen nächstes Jahr starten. Bei Wirten wolle sie Überzeugungsarbeit leisten. Abschlagszahlungen für Investitionen in die Abtrennung von Raucherbereichen schloss sie aus. Vorstellbar wären steuerliche Maßnahmen, dafür sei aber der Finanzminister zuständig.

Bezüglich der Ebola-Epidemie und möglicher nach Österreich gelangender Kranker sieht Oberhauser das Land gut vorbereitet. Einreisebeschränkungen, wie sie zuletzt Kanada verhängt hat, sowie Quarantänebestimmungen wie in den USA hält sie nicht für notwendig.

Gesundheitspolitisch will die Gesundheitsministerin den niedergelassenen Bereich für Ärzte und Patienten attraktiver machen. Als Beispiel führte sie die geplanten Primärversorgungseinrichtungen an, mit mehreren Medizinern und Mitgliedern anderer Gesundheitsberufe und längeren Öffnungszeiten. An Kassen und Ärztekammern appellierte sie, Verträge auszuarbeiten, die den Menschen mehr Zuwendung und den Ärzten mehr Zeit für die Patienten bringen.

Zudem sei sie gegen die aktive Sterbehilfe, vielmehr brauche es ein würdevolles Sterben und eine gute Schmerztherapie. Ein Sterbehilfeverbot in der Verfassung lehnte sie jedoch ab.

Ärztekammerpräsident Artur Wechselberger, der wiederholt vor einem Mangel an Landärzten gewarnt hat, attestiert Oberhauser ein „Bewusstsein für die zentralen Probleme des Gesundheitssystems“. (APA, TT)


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